Episode 89: Wissenschaftskommunikation 2
Shownotes
In der 89. Folge von »WTF Talk« geht es um Wissenschaftskommunikation und aktuelle Herausforderungen.
Holm Hümmler, Lydia Benecke und Annika Harrison sprechen mit den Gästen Florian Aigner und Lena Ackermann darüber, wie Wissenschaft zwischen Faktenvermittlung und Unterhaltung vermittelt wird. Dabei stellt sich auch die Frage, ob Wissenschaftskommunikation emotionalisieren darf oder wie man eine vertrauenswürdige Wissenschaftskommunikation erkennt.
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00:00:00: Nummer neunundachtzig.
00:00:03: Wir sind beim neununachtzigsten WTF Talk, guten Abend an euch alle!
00:00:08: Wir sprechen heute über Wissenschaftskommunikation und wer aufgepasst hat weiß dass wir das genau zwei Jahre schon mal gemacht haben und zwar am sechsten fünften zwei tausend vierundzwanzig mit interessanterweise Florian Eigner Mit Martin Moder, Jasmin Schreiber und Sarah Koldehoff.
00:00:33: Seht euch im Nachgang oder so die Folge gerne auch noch mal an!
00:00:39: Ich glaube wir können gut und gerne zweimal über das Thema sprechen und es wird sich nicht wahnsinnig viel wiederholen.
00:00:47: insofern ja guten Abend.
00:00:49: Wir haben heute zwei Gäste.
00:00:51: nur, was heißt das freut mich eigentlich ein bisschen weil dann kann man einfach ein bisschen tiefer mit den Leuten reden und muss sich nicht ganz so viele Bälle hin und her spielen.
00:01:01: Wir haben auf der Einseile mal wieder dabei den Florian eigener.
00:01:06: Was?
00:01:08: Florian du bist Physiker wie ich theoretischer Physiker.
00:01:15: Schreibst Wissenschaftskommunikationsbücher und machst Wissenschaftskomunikation an der TU Wien.
00:01:20: Habe ich was vergessen zu erwähnen?
00:01:23: Nee, das stimmt alles!
00:01:24: Also ich mache Wissenschaftskommenikation auf viele verschiedene Arten.
00:01:28: Ich schreibe Bücher, ich schreibes sonst alles, was man schreiben kann von Kindertexten bis zu Föyeton Und hab schon Radio- und Fernsehprojekte gemacht.
00:01:39: also... Ich habe schon alle Leausprüfende in der Wissenschaftskombination.
00:01:43: Okay
00:01:44: Und Lena, du kommst aus der Linguistik.
00:01:46: Habe ich nachgelesen?
00:01:47: Wir kennen uns noch nicht bis zur Universität in Bielefeld und machst da auch Wissenschaftskommunikation.
00:01:54: Vielleicht kannst du da noch ein bisschen was zu ergänzen.
00:01:57: dann...
00:01:58: Ja sehr gerne!
00:02:01: Ich bin Lena.
00:02:02: Ich komme ursprünglich aus der linguistik habe an der Schnittstelle von Linguistic und Psychologie promoviert und mache seit meiner Promotion Wissenschaftskommunikation in unterschiedlichen Kontexten.
00:02:13: Aktuell bin ich Referentin für Wissenschaftskomunikations beim Kreativstudio.
00:02:18: zum Staun, da machen wir in Zusammenarbeit mit Forschenden von Universitäten aus universitären Forschungseinrichtungen, Kommunikationsprojekte, Podcasts, Bewegtbildveröffentlichungs-Social Media eigentlich die ganze Bandbreite an Wissenschaftskommenikation.
00:02:33: Und gleichzeitig bin ich an der Uni Bielefeld, bin da wissenschaftliche Leiterin eines Podcastprojekts.
00:02:39: Der Podcast heißt Autonomie und Algorithmen.
00:02:43: Das sind gerade so meine Aktivitäten in der Wissenschaftskommunikation.
00:02:48: Ja sehr schön!
00:02:51: Und jetzt kann man sich fragen, warum machen wir das Thema noch mal?
00:02:56: Und dann stößt man auf etwas was Florian im Vorgespräch erwähnt hat.
00:03:00: Florian du hast den ESC geguckt und ja ohne dich jetzt bloßstellen zu wollen oder... Hey!
00:03:11: Hattest eine Geschichte in Erinnerung wo...?
00:03:17: Ich soll die Geschichte nochmal erzählen.
00:03:19: Ja
00:03:19: bitte
00:03:21: Also zunächst einmal No-Els-C-Shaming, also ich bin Song Contest Fan und stehe dazu.
00:03:29: Und sehe mir das jedes Jahr ausführlich an.
00:03:32: Und ja genau, also der Wissenschaftsbezug von Eurovision Song Contest dieses Jahr.
00:03:38: Also erstens mal Leute die immer auf Blue Sky folgen wissen dass ich Ja für Ja den Song Contests live kommentiere und zwar in Hinblick auf Wissenschafts Bezug der einzelnen Songs und es geht in Wirklichkeit ja immer um Wissenschaft.
00:03:52: Aber dieses Jahr war es besonders interessant, weil die Siegerin interviewt wurde nach ihrem Sieg und ihre erste Reaktion war what can I say?
00:04:04: quantum physics is a real thing.
00:04:06: Und was sie damit gemeint hat, war, sie hat sich so sehr gewünscht diesen Wettbewerb zu gewinnen und die Quantenphysik sagt uns ja dass man mit dem Geist die Wirklichkeit beeinflussen kann, also Erfolg manifestieren kann und deswegen ist jetzt Song Contest-Zigarin geworden.
00:04:26: Also hier ist natürlich auch die Quantenphysik im Spiel.
00:04:29: Was mir ein bisschen darauf hindeutet das es mit der Wissenschaftskommunikation nicht so perfekt klappt derzeit!
00:04:36: Florian, ich muss da unbedingt was zu sagen.
00:04:38: Weil ich grade dachte okay hier mangelte es in dem Moment der Glückseligkeit vermutlich etwas an kognitiver Empathie weil offenkundig alle die nicht gewonnen haben sich das aber mit großer Wahrscheinlichkeit ähnlich stark gewünscht haben.
00:04:54: Also ich mein... Okay!
00:04:55: Das ist mein schönes Beispiel für sehr selektive Wahrnehmung.
00:04:58: Da musste ich direkt mal die Psychologie reingreschen
00:05:01: so.
00:05:04: ein schlechtes Horoskop haben und dann sich nicht trauen ins Flugzeug zu steigen, weil sie denken, dann stürzen Sie ab.
00:05:11: Das ist eigentlich eine unglaublich egocentrische Sichtweise, weil alle anderen Leute auch nur einen Horoskop sind.
00:05:17: das selbe Denkfehler oder?
00:05:19: Oder aber es ist gerade sehr empathisch, weil man denkt dann stützt nein wegen des Flugzeugs ab und wenn ich
00:05:27: jetzt nicht fliegelt, dann kommen die Anderen.
00:05:29: Vielleicht muss man Summe aller Horoskope zusammennehmen, die im Flugzeug vertreten sind und daraus die Wahrscheinlichkeit errechnen.
00:05:40: Also, liebe Leute da draußen wenn jemand ein Dissertationsthema sucht in angewandter Astrologie dann wäre das jetzt doch mein schönes Forschungsprojekt.
00:05:50: Ich wollte noch sagen nicht ernst nehmen falls irgendwer diese Sendung zum ersten Mal hört dass man nicht ernst
00:05:54: gemeint
00:05:56: wird.
00:05:56: Ja, deswegen die hörbaren Anführungszeichen.
00:06:02: Also wer uns natürlich kennt und wer insbesondere Florian und mich kennt, der weiß dass wir beide so ein leichtes Kribbeln im Lacken bekommen wenn Leute solche Dinge aus der Quantenphysik heraus behaupten wollen.
00:06:24: Eine Sache, die wir beim letzten Mal, wo wir über das Thema gesprochen haben so ein bisschen immer wieder gestreift haben.
00:06:31: Ich würde gerne mal damit anfangen was ist denn für euch das Ziel von Wissenschaftskommunikation?
00:06:44: Ja also ich kann es mal ganz hoch aufhängen ist für mich das Ziel von Wissenschaftskommunikation zu einer informierten Gesellschaft beizutragen und Leute zu befähigen auf Basis von wissenschaftlichen Erkenntnissen, informierte Entscheidungen für sich und andere zu treffen.
00:07:02: Das klingt jetzt aber... Einfach wahnsinnig groß und vielleicht auch ein bisschen vermessen oder utopisch.
00:07:10: Und deswegen kann ich auch gerne meinen Gang runter schalten, und... Ich habe eben schon gesagt das Kreativstudio bei dem ich arbeite heißt zum Staunen – und bei uns ist der Name auch Programm Leute zum Stauen bringen!
00:07:23: Es passiert so viel in der Wissenschaft und damit meine ich alle Wissenschaften und in jeder Wissenschaft gibt's ständig neue Erkenntnisse, aber auch vielleicht alte Hüte die zum Staunen bringen können auf ganz unterschiedliche
00:07:38: Arten.
00:07:39: Und in dem wir rausarbeiten was es ist das uns zum Stauen bringt an Wissenschaft, können wir dieses Gefühl des Stauns wecken und nutzen und darüber Leute erreichen und Wissenschaft zugänglich machen?
00:07:56: Was ist für dich das Ziel?
00:07:58: schon Wissenschaft flourn?
00:08:00: Wissenschaftskommunikationflugung?
00:08:02: Ich... kann das mal alles unterschreiben, was Lena gerade gesagt hat.
00:08:07: Das fand ich sehr schön.
00:08:08: also staunend zu erwecken ist auch für mich so eine Grundmotivation.
00:08:14: ergänzen möchte vielleicht noch Angst zu nehmen.
00:08:18: Also ich erinnere mich an einen Moment der für mich ein ganz wichtiger Punkt war in meiner Reise hin zur Wissenschaftskommunikation und zur Idee das beruflich zu machen.
00:08:30: da habe einen Fernsehinterview gesehen mit einer Frau, die sich riesengroße Sorgen gemacht hat über Harry Potter.
00:08:41: Weil die Kinder und Jugendlichen lesen ja jetzt alle Harry Potter!
00:08:46: Und das ist ja sehr schlimm weil da geht es ja um schwarze Magie und da sind ja so wirklich Zaubersprüche drin... ...und je länger ich dieser Frau zugehört habe umso klarer wurde mir, die hat tatsächlich ein magisches Weltbild.
00:09:00: dieses Weltbild macht ihr Angst.
00:09:01: Also die glaubt wirklich, dass dunkle Magie wie in Harry Potter echt ist und sie hat dann halt erzählt das sie zum Jesus gefunden hat und dass ihr Christendom total wichtig ist und es ist halt die weiße Magie quasi die Antithese dazu ist.
00:09:20: und das war für sie so ein ganz massiver Kampf gut gegen böse in einer magischen Welt.
00:09:26: Und ich hatte solches Mitleid mit dieser Frau, weil wie schlimm muss ein Leben sein wenn man sich einfach nicht sicher fühlen kann in seiner Welt.
00:09:34: Wenn man nicht in der Gewissheit lebt dass es Gesetze gibt Naturgesetze die nicht gebrochen werden kann sondern wenn man eigentlich ununterbrochen Angst haben muss das eine dunkle Macht einem irgendwelche schlimmen Dinge ins Schicksal wirft.
00:09:50: also ich Ich hatte furchtbares Mitleid.
00:09:53: Ich war erstaunt und erschrocken, dass es so etwas noch gibt im einundzwanzigsten Jahrhundert.
00:09:58: Und hab mir gedacht vielleicht kann man einen kleinen Beitrag liefern, Leuten solche Ängste zu nehmen?
00:10:08: Ist ganz spannend!
00:10:11: Wann bist du eigentlich auf diese Frau gekommen wenn ich fragen darf weil die Harry Potter Story in dem Zusammenhang ja schon recht alt ist.
00:10:17: Ich wollte nur wissen, ist dir das aktuell begegnet in einem Beitrag?
00:10:19: Nein nein nein, das war... ... so Anfang der zweitausender Wahrscheinlichkeit.
00:10:24: Ja, genau!
00:10:24: Also das war bevor ich Wissenschaftskommunikationen gemacht habe... ... danach hab' ich dann so ein bisschen angefangen damit.
00:10:35: Ich glaub die größte Welle war so... ... zwei tausend drei vier fünf sechs ne?
00:10:39: Also irgendwann dann wahrscheinlich.
00:10:41: Ja das
00:10:41: könnte hinkommen
00:10:43: und ich wollte sagen davor gab's ja genau dieselbe Storyline mit Dungeons & Dragons also diesem Pen and Paper Rollenspiel.
00:10:48: es war eigentlich ziemlich ähnlich, also von daher.
00:10:52: Und es gab noch diesen The Onion Artikel, so ein Satire-Artikel was sowas ähnliches ist wie bei uns der Postillon und da hatten die irgendwie das als Satire geschrieben und es gab wohl recht viele Menschen, die diese Satire auch nicht ganz wahrgenommen haben.
00:11:05: Also alte Geschichte sorry!
00:11:08: Was seht ihr denn als eure Zielgruppe an?
00:11:11: Ich denke mal, dass ist wahrscheinlich unterschiedlich aber... kommuniziert ihr Wissenschaft für die Allgemeinheit oder für den interessierten, gebürdeten Leser?
00:11:22: Oder wie ist das?
00:11:23: Also macht ihr euch Gedanken über eure Zielgruppe und wenn ja.
00:11:26: Wie passt dir das zum Beispiel an?
00:11:29: Lena Flügel?
00:11:29: Ja also Zielgruppes ein total wichtiges Stichwort weil es die Wissenschaftskommunikation für die breite Öffentlichkeit glaube ich gar nicht geben kann Weil man natürlich versuchen kann So wie man kommuniziert, dass für so viele Menschen wie möglich zugänglich zu machen.
00:11:46: Aber natürlich unterschiedliche Gruppen immer ihre ganz eigenen Hintergründe mitbringen und das ist jetzt nicht nur das Vorwissen sondern es auch das was für die eben das Relevante ist.
00:11:55: Was wollen sie wissen?
00:11:56: Welche Fragen haben?
00:11:58: Und was ist eben das, womit ich die zum Staunen bringe?
00:12:02: Das ist natürlich etwas ganz anderes.
00:12:04: Wenn ich Wissenschaftskommunikation für Kinder mache, verglichen mit dem klassischen Publikum von meiner Ringvorlesung an der Uni und das ist wiederum anders als für Leute, die vielleicht so im Alltag wenig Berührungspunkte mit Wissenschaft haben.
00:12:18: Deswegen geht für mich jedes wissenschaftskommunkative Projekt immer damit los, dass ich mir eigentlich recht genau Gedanken mache über meine Zielgruppe und was die eigentlich wissen wollen.
00:12:28: Und dann auch wirklich von der Zielgruppen aus ja meiner Kommunikationsstrategie aufbauen.
00:12:35: Ich persönlich finde Wissenschaftskommunikation für junge Zielgruppem total interessant weil Kinder oft ganz viele Fragen mitbringen, ganz neugierig sind und damit für Wissenschaftskommunikation einerseits ein dankbares Publikum sind durch ihre Offenheit und ihre Neugier aber andererseits natürlich gar nicht so einen Vorwissen mitbringen.
00:12:59: Und wenn ich jetzt irgendwie ein ganz großes Thema kommunizieren möchte wie Klimawandel oder so was ja gerade für jüngere Generation auch einfach nur... auch eine zukunftsrelevanz hat, so für den Rest ihres Lebens.
00:13:12: Mir dann zu überlegen wie kann ich das jetzt machen?
00:13:14: Dass ein Kind sowas versteht ist ne schwierige Aufgabe aber auch ne sehr dankbare Aufgabe.
00:13:23: ja was wir bei uns auf der Arbeit machen Es sind Schaffskommunikationen für ganz unterschiedliche Zielgruppen.
00:13:28: Da sind junge Zielgruppe dabei, da sind aber auch Zielgruppen dabei die so Multiplikatorenrollen spielen können also zum Beispiel Lehrkräfte, die das dann weitergeben.
00:13:38: Da es sind auf Social Media andere Zielgruppem als jetzt beispielsweise bei Print Publikation.
00:13:44: und da dann jeweils die Entscheidungen zu treffen, stilistische Entscheidungen – für welches Format entscheide ich mich?
00:13:50: Welches Medium?
00:13:51: wie erreiche ich diese Zielgruppes finde sehr relevanten und sehr, sehr spannenden Aspekt von Wissenschaftskommunikation.
00:14:01: Ich mag es eigentlich sehr ganz unterschiedliche Dinge auszuprobieren.
00:14:06: also das beginnt bei den Formaten.
00:14:08: ich habe sie schon erwähnt.
00:14:11: mir wird schnell was langweilig und ich mag dass wenn ich diese Woche für Radio arbeite und nächste Woche einen kurzen Kommentar schreibe Und damit hängt natürlich auch zusammen, dass die Zielgruppen ganz unterschiedlich sind.
00:14:28: Auch wenn man jetzt für Rundfunk was macht abhängig davon, was es für ein Sender ist wird man auch unterschiedliche Wissenschaft präsentieren und das finde ich sehr reizvoll.
00:14:39: Ich mach nicht so viel für Kinder.
00:14:40: Ich mache das auch manchmal ganz gern aber das ist sicher nicht meine Spezialität.
00:14:44: Das ist eine Abwechslung für mich.
00:14:48: Aller liebsten mache ist Wissenschaftskommunikation für Leute, die schon sehr wissenschaftsfreundlich sind.
00:14:55: Also die für sich schon beschlossen haben, dass sie Wissenschaft cool finden, die man da nicht mehr überzeugen muss, die aber jetzt keine spezifische Vorbildung haben auf dem Thema über das ich erzählen will.
00:15:09: Es gibt ja mittlerweile speziell im englischen Sprachraum auch die Spielart von Wissenschaftskommenikation, die sehr, sehr advanced ist.
00:15:15: also es gibt ganze YouTube Kanäle Wo ich mir denke, okay bei euch geht's um Physik und eigentlich muss man Physik schon studiert haben.
00:15:23: Um dem zu folgen was er erzählt ist cool aber nehmt ihr euch das nicht ein bisschen Bankbreite?
00:15:30: gut muss es auch geben Aber das ist nicht so mein Geschäft.
00:15:32: also Ich finde jetzt nicht so reizvoll über irgendwelche ganz obskuren Auch noch nicht ausdiskutierten spekulativen Physiktheorien die gerade erst irgendwo publiziert worden sind zu reden, sondern mir geht es eher um die, um ein breites Fundament.
00:15:49: Das finde ich am spannendsten und interessiert mich persönlich auch eigentlich am meisten.
00:15:53: Und das heißt, ich wende mich so an Leute, die Wissenschaftsaffin sind aber keine Expertinnen oder Experten.
00:16:00: Gut!
00:16:01: Ich glaube da sind wir uns... dass ist für uns hier relativ naheliegend.
00:16:07: Wer unseren Stream anguckt oder unseren Podcast regelmäßig hört wird wahrscheinlich auch eher zu der Zielgruppe gehören.
00:16:15: Wie ist denn das bei dir, Florian?
00:16:16: Wirst du kommen deine Themen eher dadurch dass von außen jemand an dich ran tritt oder ist es eher so dass bei dir die TU sagt wir haben jetzt das und das.
00:16:26: Und darüber wollen wir gerne reden.
00:16:28: Das ist eine schwierige Frage.
00:16:29: also die TU Wien ja für die Arbeit.
00:16:31: ich ist aber mittlerweile eigentlich nur noch ein kleinerer Teil meiner Arbeit ist sozusagen einen Kunde von mir.
00:16:37: da ist es tatsächlich so dass ich sehr viele Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler persönlich kenne Und die mich kontaktieren und sagen, hey wir haben da wieder ein cooles Paper.
00:16:47: Machen wir da was?
00:16:51: Ja also da suche ich überhaupt nicht nach Themen sondern da verarbeite ich irgendwie nur etwas so auf mich rein prasselt.
00:16:58: Ansonsten ist es sehr unterschiedlich.
00:16:59: Also ja ich bekomme auch öfter mal Aufträge von Leuten.
00:17:04: gerade eben wurde ich kontaktiert ob ich nichts schreiben möchte über die Endlagerung von radioaktiven Müll.
00:17:12: Es ist ein Thema, das ich nicht auf dem Radar hatte aber finde ich super.
00:17:15: dann habe ich da Gelegenheit mich da mal einzuarbeiten und was drüber zu schreiben.
00:17:20: Ich bin aber auch ständig auf der Suche.
00:17:21: also ich hab so einen Ordner am Computer wo ich meine Dinge rein werfe die mir so unterwegs irgendwie dazwischen kommen.
00:17:31: unter sammeln sich halt massenhaft Themen is ja heutzutage nicht so schwer.
00:17:36: Ich setz mich auch selber unter Druck, indem ich jetzt seit einigen Monaten auf Blue Sky mehrmals pro Woche den verrückten Fakt des Tages poste.
00:17:46: Das heißt das setze ich mich quasi so selber unter druck jeden tag irgendwie was interessantes wissenschaftliches neu zu entdecken und das finde ich super spannend also dass passiert irgendwie sowas selbst bei mir
00:18:01: Ein total guten Punkt, auch mit dem selber neugierig bleiben und dass man glaube ich wenn der Wissenschaftskommunikation aktiv ist ganz viel Motivation aus der eigenen Neugier ziehen kann.
00:18:13: Mir geht es da auch ähnlich wie dir Florian, dass sich immer wieder Sachen entdecke im Alltag die mir begegnen wo ich denke oh cool!
00:18:21: Da könnte man auf jeden Fall kommunikativer was machen.
00:18:23: das eignet sich voll gut um so als ein kleines Titbit kleinen Wissenschaftssnack sozusagen aufzubereiten.
00:18:31: Und glaube auch, dass das auch was ist.
00:18:35: Wo man auch einfach viele Leute mit erreicht jetzt vielleicht gar nicht unbedingt jetzt einen längeren Format dran bleiben wollen aber die sich halt freuen wenn sie mehrmals in der Woche ihren Fun Fact direkt in den Feed geliefert bekommen.
00:18:49: Gleichzeitig muss man natürlich auch schauen, dass man die langen Formate nicht aussterben lässt.
00:18:55: Wie gehst du da damit um?
00:18:57: Ist das ein Problem bei euch?
00:19:00: Also ich versuche, beidem gerecht zu werden.
00:19:03: Wir haben jetzt beispielsweise eine relativ lange und aufwendige komplexe Publikation herausgegeben, wo es um den Zusammenhang von Klimakrise, Geopolitik und Sicherheit geht... Das geht
00:19:18: nicht in einem Tweet!
00:19:19: ...das geht nicht an einen Tweet.
00:19:21: eben dafür braucht's dann halt schon etwas ja aufwendigere größere Publikations.
00:19:26: Es geht aber tatsächlich in das Scrollytelling-Website.
00:19:29: Also zusätzlich zu der insgesamt an achtzig Seiten umfassenden Printpublikation haben wir es dann beispielsweise auf eine Scrolly Telling Website reduziert, die da noch mal mit anderen Formaten arbeiten kann als Print, dass man nochmal Animationen hinzufügt wenn man sich jetzt also ist irgendwie ein bisschen Debbie Downer Aber Todesopfer durch Hitzewellen visualisiert und da dann ... eine Zahl gedruckt in der Publikation zu lesen.
00:20:01: Und gleichzeitig ist dieses Scrolly Telling Website dann eben die Kurzfassung von der Gesamtpublikation und wer Lust hat auf mehr kann sich das gesamte dann durchlesen, dass man auch vom selben Inhalt sozusagen verschiedene Formate anbietet... ...die dann den unterschiedlichen Interessen- und Aufmerksamkeitsspann gerecht
00:20:19: werden.".
00:20:21: Also ihr macht tatsächlich einen Achtzigseitentext für ein allgemeines Publikum?
00:20:27: Also die Broschüre ist Achtzigseiten, der Text ist nicht Achtzigseiten.
00:20:31: Die Broschure arbeitet halt auch viel mit eindrucksvollen Fotografien multimedial aufbereitet, dass man jetzt nicht Leute mit Acht zig Seiten Text konfrontiert Grafiken, Tabellen hervorgehobene Zitate.
00:20:46: aber ja es geht schon auch darum mit der Publikation dann eben den Leuten die Möglichkeit zu geben doch etwas tiefer ins Thema einzutauchen und nicht nur an der Oberfläche zu kratzen, aber gleichzeitig dann eben auch mit den kürzeren Versionen ja einen Vorgeschmack geben zu können oder für die, die dann doch nicht sich den Achtzigseiter geben wollen oder können eine Möglichkeit zu geben trotzdem die wichtigsten Infos zu bekommen.
00:21:15: Kurze Anmerkung!
00:21:15: Du warst gerade tontechnisch ganz kurz ein bisschen schwer versch... Das war an der Stelle, wo du das Beispiel genannt hast.
00:21:28: Mit dem Thema Menschen, die bei Brenn verstorben sind?
00:21:31: Genau!
00:21:32: Ich kann es
00:21:35: gerne noch mal wiederholen, dann können wir mich jetzt besser hören...
00:21:38: Ja, das war gerade nur so ein kleiner Aussicht.
00:21:40: Genau also es ging um Todesopfer durch Hitzewellen beispielsweise und da kann man jetzt natürlich einfach eine Zahl in Text abdrucken aber man kann's natürlich auch visualisieren und Das ist ja auch ein häufig gewähltes Ding bei solchen Scrollytelling Sachen dass man einfach große Mengen die auch schwer vorstellbar sind zugänglich macht, indem man sie einfach visuell aufbereitet.
00:22:01: Dass man dann so kleine Männchen oder je nachdem worum es geht die kleine Pictogramme hat, die einfach auf eine andere Weise so große Zahlen erlebbar und begreifbar machen als die reine gedruckte Zahl das machen würde.
00:22:17: Ich habe ein Problem mit Wissenschaftskommunikation zu dem ich gern eure Meinung einholen würde.
00:22:23: darf ich das tun?
00:22:25: Und zwar Also eine Motivation für mich von Anfang an, für Wissenschaftskommunikation war ja eigentlich wenn man es feierlich ausdrücken möchte die Gesellschaft zusammenzubringen.
00:22:37: Ja also ich habe mir gedacht da gibt's halt Leute die wissen ganz viel weil die stehen irgendwie jeden Tag im Labor oder so und so wie man alle Ressourcen irgendwie fair verteilen muss.
00:22:49: in der Gesellschaft muss man auch wissen fair verteilten und Wissenschafts Kommunikation ist irgendwie Eine Unverteilungsaktion wissensmäßig von oben nach unten, also Leute die gewisses Wissen noch nicht haben.
00:23:02: Denen muss man das Wissen zur Verfügung stellen.
00:23:04: Es ist ein etwas altmodisches Sicht auf Wissenschaftskommunikation aber ihr könnt euch ungefähr vorstellen.
00:23:11: Die Grundidee ist ja nicht falsch und dann bricht man diese Barriere auf zwischen der Wissenschaft und der breiten Bevölkerung.
00:23:22: Und ich glaube, das ist doch es wichtig dass man diese Barriere aufbricht, dass eben Wissenschaft nicht was abgekoppeltes im Elfen beim Turm ist sondern dass jeder irgendwie teilhaben kann an Wissenschaft und dazu stehe ich auch nach wie vor.
00:23:35: Jetzt sehen wir aber, dass wir in einer Zeit leben in der es plötzlich ganz viele Menschen gibt, die sich jetzt auf einmal als Teil oder sogar der Wissenschaft überlegen fühlen.
00:23:47: Weil sie irgendwie ein paar YouTube-Videos gesehen haben zu dem Thema oder weil Sie selber im Garten in den Himmel geschaut und Chemtrails entdeckt haben oder was auch immer.
00:23:58: Und dann sagen ja die Leute da an den Unis, die in den Forschungslaboren sind alle blöd.
00:24:05: ich weiß das besser.
00:24:08: Jetzt frage ich mich manchmal, hat die Wissenschaftskommunikation da was falsch gemacht?
00:24:14: Also haben wir diese Grenze zwischen Leuten, die sich auskennen weil sie beruflich forschen und der breiten Bevölkerung so sehr zerbrochen dass auf diese Weise jetzt irgendwie auch der Respekt in der breite Bevölkerung gegenüber den Leuten, Ist das eine Gefahr?
00:24:35: Ist da was passiert, ist es ein Problem wird, dass möglicherweise in Zukunft ein Problem.
00:24:39: Wie seht ihr das?
00:24:41: Florian, du holst mich voll ab!
00:24:43: Denn es ist ja mein Running-Gag, dass ich hier in der socioökonomisch benachteiligten Hochaussiedlung aufgewachsen bin und da war Wissenschaftskommunikation nicht das Topthema, damit sich die Leute um mich herum so hart beschäftigt hätten.
00:24:57: Ja aber daher... Ich glaube schon, die Prämisse könnte vielleicht eventuell nicht stimmen.
00:25:04: Dass es früher irgendwie so eine wirkliche, keine Ahnung ... So ein Respekt oder die Anerkennung gegeben hätte sondern vielleicht war's eher so dass man auf ne andere Art sich geäußert hat.
00:25:18: zum Beispiel gab's ja mal das Wort allerdings nicht in meiner Region Das kenne ich aber von jemandem der irgendwie ich glaub in Bayern oder so aufgewachsen ist Die Großkopffotten.
00:25:27: Kennt ihr dieses Wort?
00:25:29: Ja, das kenne
00:25:31: ich.
00:25:31: Ich weiß gar nicht.
00:25:31: Sagt man es in Österreich auch?
00:25:35: Kannst du mal kurz... Also wenn ich das richtig verstehe ist das ja auch so eine abfällige Bemerkung unter anderem für etwas gebildetere Menschen oder...?
00:25:44: Richtig!
00:25:44: Das ist ein anti-elitärer Slur, wenn man so will.
00:25:51: Ansonsten, als ich in der Grundschule war gab es dieses Kinderlied.
00:25:55: Die Wissenschaft hat festgestellt.
00:25:56: Kennt ihr das?
00:25:59: Ich hatte
00:25:59: schon als Kind den Eindruck und den habe ich immer noch dass das ja auch eigentlich so eine Art Verballhornung dessen ist was Menschen glauben was Wissenschaft sei oder?
00:26:10: Ich glaube das ist reflektiert ein Teil durchaus ganz unmittelbar und nicht mal verballhornend was Menschen Glauben was Wissenschaft Sei.
00:26:22: Ich mal in die antwortende Rolle reingehe gerade.
00:26:24: Also für mich ist das, also wir haben ja grade von paar Wochen oder in den letzten Wochen in Deutschland mal wieder erlebt mit diesem Wahl wie ungeheuer massiv und persönlich und mit Gewalttätigkeitsfantasien und ähnlichen Dingen eine Ablehnung von Wissenschaft per se stattfinden kann und man sich einfach irgendwelche Leute raussucht, die man jetzt irgendwie für kompetent erklärt.
00:27:02: Schon immer noch in Berufung darauf so nach dem Motto Ja da haben ja diese oder jene Expertise aber durchaus auch ne Expertise die daher kommen kann nach dem motto Die Haben schon zwanzig Wale ins Wasser gezerrt.
00:27:15: Das Aber wir sehen Da glaube ich So ein eine grundsätzliche Anti-Wissenschaftlichkeit, die für meine Begriffe keine Kommunikation aus der Wissenschaft heraus irgendwie aufheben oder heilen kann und die meines Erachtens auch immer da war.
00:27:37: Die sich
00:27:38: auch immer mal geäußert hat aber die einfach jetzt sehr sichtbar wird.
00:27:45: also ich glaube das vor vor zwanzig Jahren vor dreißig Jahren die Schamanin, die Heilgesänge für diesen Wahl anstimmt.
00:27:54: Es nie in die großen Medien geschafft hätte nicht weil die Medien da vernünftiger waren sondern weil man sie gar nicht gefunden hätte.
00:28:02: also selbst jemand der eine Recherche für die Tagesschau gemacht hat hätte diese Person nie kennengelernt und dementsprechend auch nicht drüber berichtet.
00:28:11: Und das ist einfach durch die größere Reichweite und durch die Vernetzung.
00:28:16: es ist jetzt möglich dass solche Positionen und solche Haltungen einfach ein größeres Echo haben oder zumindest eine Echo-Kammer haben, in der sie sehr stark rezipiert werden.
00:28:28: Und da müssen wir halt mit
00:28:28: umgehen.".
00:28:31: In welcher Zeit du dich da bewegst, weil ich war leider in den Neunzigern sehr viel Privatfernsehen ausgesetzt.
00:28:37: Und was soll ich sagen?
00:28:38: Es gab damals so Sendungen mit den Titeln Hans Meiser und Ilona Christen die eigentlich Talkshows waren.
00:28:44: Sehr stark angelehnt an US-amerikanische Vorbilder.
00:28:47: Da war so unfassbar viel esoterik!
00:28:51: Also da hätte die Schamanin auf jeden Fall einen Platz hingekriegt.
00:28:55: Und weißt ja, guck guck wie man das vor dem Internetzeitalter recherchiert hat.
00:28:59: aber... Ich erinnere mich an verdammt viel bizarres Zeug, was ich da gehört habe.
00:29:06: Das waren teilweise die selben Leute, die mit drei oder viermal unterschiedlichen bizarrem Zeug aufgetaucht sind, was sie immer selbst erlebt hatten...
00:29:19: Aber ESO war schon eine große Nummer in den Neunzigern.
00:29:23: Allein die Buchhandlung waren voll damit, OMG!
00:29:27: Also ich war da gerade in einer Phase wo man so richtig wahrgenommen hat was um einen rum ist also die Hälfte meiner ESO.
00:29:33: Bücher sind eine Sammlung aus den neunzigeren hier.
00:29:36: Ich will noch sagen es ist nicht alles neu.
00:29:39: Es war vielleicht nur ein bisschen anders weil man nicht einfach alles... online verteilen konnte, aber es war schon verbreitet auf die andere Art.
00:29:50: Herzlichen Grüße an der Stelle übrigens von Berndt, der heute seinen freien Abend hat uns aber gerade zugeflüstert hat.
00:29:55: er war damals in allen diesen Talkshows zu Gast.
00:30:00: Ja natürlich gab's das!
00:30:02: Also ich glaube was es halt gab und auch immer noch gibt sind natürlich diese wirklich... anti-wissenschaftlichen, esoterischen oder sonst wie überhaupt nicht evidenzbasierten Ansichten.
00:30:15: und aber wenn ich dich richtig verstanden habe Florian worauf du vielleicht ganz am Anfang hinaus wolltest war auch mehr diese Frage wenn mir jetzt irgendwas begegnet in sozialen Medien oder sonst wo, was aussieht wie Wissenschaft.
00:30:34: Wie kann ich mir sicher sein dass es auch Wissenschaft ist und wie?
00:30:40: inwiefern spielt das halt auch eine Rolle?
00:30:43: Dass immer mehr Leute die Möglichkeit haben das was sie tun als Wissenschaft darzustellen und damit eine große Reichweite zu erzielen Auch wenn es vielleicht gar nicht unbedingt Wissenschaft ist aber jetzt auch nicht unbedingt anti-wissenschaftlich.
00:30:59: Das ist eine ganz wichtige Komponente, aber mein Punkt ist eigentlich was wir wollen.
00:31:08: Wir wollen in der breiten Bevölkerung so etwas wie Vertrauen in Wissenschaft erzeugen und wir wollen dass die generische Sichtweise auf Wissenschaft eigentlich eine ist von freundlichem Respekt.
00:31:24: Also Wissenschaft ist nie ein Dogma, Wissenschaft kann man immer muss man immer hinterfragen klar aber trotzdem ist die gesündeste zielführendste Sichtweise zunächst mal okay.
00:31:36: wenn jetzt Leute das sagen die sich beruflich seit Jahren damit beschäftigen und ich habe keine gegenteiligen Gründe was anderes zu glauben dann gehe ich mal davon aus dass das stimmt a priori mal wertvoller als mein persönliches Bauchgefühl oder das, was mir meinen Nachbar der davon keine Ahnung hat erzählt hat.
00:32:01: Das ist so ein rationaler Blick auf Wissenschaft meiner Meinung nach.
00:32:06: Das heißt aber dass man anerkennen muss und dass man auch wertschätzen muss, dass manche Leute halt einfach eine wertvollere Meinung haben als ich.
00:32:14: zum Beispiel wenn es um die Corona-Pandemie geht, dann ist Christian Trosten halt jemand dem ich eher vertraue als wer anderer.
00:32:26: Aber vertraust du ihm eher als dir?
00:32:28: Ja absolut!
00:32:30: Ja aber das ist schon schwieriger
00:32:33: natürlich Ja, aber ich finde das ist wichtig.
00:32:35: Also dass man den Wert von Meinungen gewichtet und dazu zählt auch die Meinung, die man selber hat oder gestern noch hatte.
00:32:43: Und das find' ich aber schwierig weil das so hierarchisch daherkommt.
00:32:49: Wir versuchen ja auch aus guten Gründen so hierarchische Strukturen in der Gesellschaft zu hinterfragen und aufzubrechen.
00:32:56: Und wir sagen, na es ist eben nicht so dass jemand nur weil er ich weiß nicht einen Professoren Titel hat oder ein Doktortitel hat recht hat.
00:33:03: das ist ja auch eine wichtige Erkennung.
00:33:04: Ja worin hatte denn Dr.
00:33:06: Siedler?
00:33:07: Ja aber selbst in dem Fach indem er promoviert hat da hat er zwar mit größerer Wahrscheinlichkeit recht aber auch nicht mit hundertprozentiger Wahrscheinlichigkeit recht.
00:33:15: und das finde ich so schwierig in der Wissenschaftskommunikation Einerseits diese Hierarchie hinterfragen muss und sagen muss okay, auch nicht mal wissenschaftlicher Konsens ist hundertprozentig wahr.
00:33:31: Und alles ist hinterfragbar und sei immer kritisch und hinterfrage alles.
00:33:35: Andererseits muss man aber auch kommunizieren... Nein, das heißt es nicht dass alles was dir nicht gefällt irgendwie als Unsinn darzustellen ist und dass du keinen Vertrauen haben sollst.
00:33:45: Im Gegenteil so soll's schon Vertrauen habe gegenüber Dingen die gut belegt sind, die gut argumentiert sind, Die in der wissenschaftlichen Community Konsens sind.
00:33:53: Das ist das vertrauenswürdigste was wir überhaupt haben als Menschheit.
00:33:58: Und das ist so die Balance die mir schwer fällt zu navigieren.
00:34:02: Man muss halt auf der einen Seite so ein Leap of Faith, lustige Weise.
00:34:05: Weil wir sind doch gar nicht mehr so ... machen und auf der anderen Seite sehe ich da aber auch riesiges Potenzial in der Schule die die Schule teilweise aber auch nicht wahrnimmt.
00:34:15: Denn ich glaube so'n Vertrauen, ich sag mal Urvertrauen in die Wissenschaft könnte ja durchs richtig guten Mindunterricht in der Schule entstehen.
00:34:24: Ich glaube teilweise entsteht er auch.
00:34:25: Aber gerade in den letzten zehn Jahren sind da zumindest nach meinem Gefühl auch einfach die Social Networks, das Social Media und so einfach super stark.
00:34:38: Und gerade diese Filterbubbles und TikTok usw.. Da finde ich dann einfach schwierig das irgendwie auszugehen um dieses Vertrauen überhaupt noch aufzubauen oder zu haben.
00:34:58: Ja, da bin ich voll bei dir Annika.
00:35:00: Also deswegen ist es auch mit deinem Grund warum wir Wissenschaftskommunikationen für junge Zielgruppen so am Herzen liegt weil wenn wir sagen Wir wollen in der wissenschafts- kommunikation oder durchwissenschafts Kommunikation einerseits natürlich zeigen Wissenschaft ist zugänglich, Wissenschaft ist fehlbar aber andererseits eben auch dieses Grundvertrauen was du genannt hast Florian in Wissenschaft aufbauen dann denke ich, dass es wichtig ist damit so früh wie möglich anzufangen.
00:35:27: Dass halt einfach Kinder und möglichst auch alle Kinder und nicht nur die wo die Eltern sowieso schon wissenschaftsnah oder wissenschaftsoffen unterwegs sind mit Wissenschaft und wissenschaftlichen Methoden in Berührung kommen.
00:35:40: Und auch das ist natürlich wieder was sehr utopisches und ein großer Wunsch, dass das so wäre weil wir dann vielleicht gar Ja, die Lämmerpunkt wären den du gerade angesprochen hast Florian.
00:35:54: Ich habe leider auch keine Lösung für das Problem was wir jetzt haben.
00:35:59: ich hab nur einen Wunsch wie man dem Ganzen vielleicht für zukünftige Generationen entgegen kommen könnte.
00:36:06: aber ja ich glaube auch dass vielleicht die Wissenschaftskommunikation da in der Vergangenheit etwas hätte anders machen müssen.
00:36:15: Aber hast du eine Idee Florian?
00:36:17: Was was man hätte anders Machen können oder wo dieser Knackpunkt genau sitzt.
00:36:23: Ich grübe das seit Jahren drüber nach und ich habe keine Lösung, ich glaube ein möglicher Schritt in Richtung Lösung wäre wir müssen lernen wenn wir Wissenschaft kommunizieren mit dazu zu kommuniziert wie verlässlich das jetzt ist was wir gerade sagen.
00:36:40: denn da gibt es ja sehr unterschiedliche Situationen.
00:36:43: manchmal gerade in der Wissenschaftskommunikation in Tageszeitungen oder so.
00:36:49: Geht es ja gerade um spektakuläre neue Erkenntnisse, die oft einfach noch nicht richtig sind?
00:36:54: Da hat man irgendwie einen neuen Exoplaneten gefunden und hat erste Ergebnisse über die Zusammensetzung der Atmosphäre.
00:37:02: aber es könnte auch anders sein und in einem Jahr gibt's vielleicht ganz andere Daten und das ist alles wieder anders Und das erzeugt eigentlich ein falsches Bild von Wissenschaft, nämlich das Bild ja okay.
00:37:11: Das ist sowieso in einem Jahr alles wieder anders und das ist alles unzuverlässig und das ändert sich doch ohnehin alles ständig.
00:37:18: Übersieht aber natürlich dass es gleichzeitig auch einen Kern der Wissenschaft gibt, der sich nicht mehr ändert, der ein Fundament ist, das so gut belegt ist, dass es gar nicht mehr kaputt gehen kann.
00:37:30: Es kann vielleicht die Sichtweise darauf ändern, es können sich Niosen ändern.
00:37:36: Ja, das ist die starke und schwache Kernkraft gibt.
00:37:40: Und dass sie im Inneren von Atomen eine wichtige Rolle spielen wird sich nicht mehr ändern.
00:37:45: Das ist einfach wahr!
00:37:48: Ich glaube, das geht oft verloren.
00:37:50: Diese Unterscheidung zwischen manche Dinge sind vorläufig... Wir haben gerade Hinweise entdeckt und das ist wahrscheinlich so.
00:37:57: und andere Dinge müssen wir da nicht mehr streiten.
00:38:00: Das is fixo.
00:38:06: in der Pandemie festgestellt.
00:38:08: Da gab es Dinge, die waren einfach nicht mehr zu diskutieren.
00:38:11: Man wusste relativ rasch, dass diese Pandemie durch dieses Coronavirus ausgelöst wird und man wusste dann auch wie das übertragen wird und darüber musste man nicht mehr streiten.
00:38:21: Es gab aber andere Dinge über die man sehr wohlstreiten konnte, die nur vorläufig sind, die vielleicht auch Ansichtssache sind bis zum gewissen Grad.
00:38:28: Soll man ins Schulen schließen unter welchen Bedingungen sollen wir das tun?
00:38:31: Und es wird aber alles so als ... Ergebnis aus der Wissenschaft präsentiert.
00:38:36: Und ich glaube, da müsste man stärker differenzieren und dazusagen was ist jetzt wirklich felsenfest?
00:38:42: Was ist nur Vermutung und was ist irgendwo dazwischen?
00:38:48: grundsätzlich, um mal so ein bisschen dem Pessimismus in der Hinsicht entgegenzuwirken.
00:38:55: Und das ist für viele Leute die gerade jetzt seit der Pandemie Wissenschaftskommunikation gemacht haben oder durch die Pandemie-Wissenschaftskommünikation dann sind wir zwar nicht mehr so hoch, wie im Vertrauen in die Wissenschaften, wie wir mitten in der Pandemie waren.
00:39:14: Aber wir sind immer noch höher als wir vor der Pandemie war.
00:39:17: Das ist eigentlich ... Ich sag mal, das ist nicht die gefühlte Wahrheit der allermeisten Leute aus unserem Umfeld würde ich sagen?
00:39:30: Ja!
00:39:30: Ich möchte vielleicht nochmal zurückkommen zu dem was Lena und Annika vorhin gesagt haben nämlich jetzt speziell dass man jungem Alter anfangen muss und das glaube ich, das erscheint mir schlüssig.
00:39:45: Es erscheinend mir aber auch wahnsinnig schwierig!
00:39:47: Habt ihr Tipps?
00:39:50: Erfahrungen best practice Beispiele wie das gelingen kann?
00:39:57: Du darfst gerne Lena.
00:39:59: Also ich kann von einem konkreten Beispiel mal erzählen was ich einfach ein sehr gelungenes eine sehr gelungene Herangehensweise finde
00:40:10: schon
00:40:10: sehr junge Kinder mit Wissenschaft in Kontakt zu bringen und dass sich sicherlich auch auf andere Themen übertragen lässt.
00:40:16: Ich habe zwei Jahre in den Niederlanden gewohnt und gearbeitet, und da ist Wissenschaftskommunikation oder war es zumindest als ich dort gearbeitet habe – das war von im Jahr twohundzwanzig bis zweieinzwanzig – schon weiter und auch stärker verankert, als das zu dem Zeitpunkt in Deutschland der Fall war.
00:40:36: dort das große Glück, an einem ganz tollen Projekt mitzuarbeiten.
00:40:41: Nämlich ein Wissenschaftsfestival für Kinder wo es jetzt aber nicht um Naturwissenschaften geht oder um klassische Experimente die man mit Kindern machen kann sondern ganz konkret ums Thema Sprache und Sprache- und Sprachwissenschaft und wie man das für Kinder schon ab zwei Jahren erlebbar macht.
00:40:59: Und zwei Jahre ist natürlich super jung.
00:41:01: Das ist das Alter, wo die Kinder gerade selber erst ihre Erstsprache oder Erstsprachen lernen und da einfach schon auf spielerische Weise so ein Thema wie Wissenschaft zu vermitteln.
00:41:12: Dieses Wissenschaftsfestival gibt es seit zehntausend siebzehn und hat sich explizit zum Ziel gemacht vor allem auch die Kinder zu erreichen, die erstens vielleicht sonst so nicht über ihre Eltern oder Familien mit Wissenschaft... in Kontakt kommen und zweitens für die Sprache vielleicht auch eine besondere Rolle in ihrem Leben spielt, weil sie beispielsweise zweisprachig aufwachsen.
00:41:33: Und bei solchen Projekten das ist jetzt natürlich ein einzelnes kleines Projekt aber was da halt super wichtig ist es ganz viele Akteurinnen einzubinden und nicht zu sagen wir machen hier das Wissenschaftsfestival in der Uni und gut isst dann schließt man wieder bestimmte Zielgruppen aus Uni eine Barriere ist, da reinzugehen und an etwas teilzunehmen oder die überhaupt gar nicht davon erfahren.
00:42:02: Und dazu sagen wir machen das Festival in der Stadtbibliothek weil die Stadtbibliotheken Ort ist an den kommenden Familien-Ehe.
00:42:08: Da kann man das gut bewerben.
00:42:10: Da hat man auch Laufkundschaften, die dann zufällig von dem Festival mitbekommen.
00:42:15: Wir binden örtliche Kindergärten ein, wir binden Schulen mit ein.
00:42:19: Wir gehen schon vor dem Festival in die Schulen, in die Klassen, machen mit den Kindern Programmen und dass man so auf eine ganzheitliche Weise eben diesen Zugang sicherstellt.
00:42:28: Das ist natürlich mit einem personellen und dem finanziellen Aufwand verbunden, das ist wie gesagt jetzt nur ein einzelnes Beispiel.
00:42:37: aber was da eben sehr gut gelingt ist dieses Festival in den Alltag der Familien einzubinden indem man es an einem Ort macht wo es eh stattfindet indem man vorher in die Schulen geht einfach eine Verankerung schafft, die andere punktuelle Events vielleicht nicht schaffen.
00:42:53: Und wenn man sowas noch mehr institutionalisieren könnte wäre das für mich auf jeden Fall schon ein guter erster wichtiger Schritt Wissenschaftskommunikationen von Anfang an mitzudenken und auf diese Weise früh in Verständnis für Wissenschaft und wie sie funktioniert zu schaffen.
00:43:11: Und womit habt ihr da besonders gute Erfahrungen gemacht?
00:43:13: Geht's eher darum, die Kinder etwas machen zu lassen, so Experimentiersachen oder... ...one-on-one was zu erzählen.
00:43:24: Was sind da so die Techniken, die sich bewerten?
00:43:26: Genau also...was ich bewährt hatte war ein Mix von allem der dann eben auch unterschiedliche Kinder anspricht weil auch Kinder ja natürlich keine homogene Zielgruppe sind.
00:43:35: Die sind ja auch alle sehr unterschiedlich und dann auch eine Altersgruppe von zwei bis zwölf abzudecken.
00:43:41: generell freuen sich Kinder immer wenn sie selber etwas machen können und nicht nur jemand ihnen was erzählt.
00:43:47: Und wir haben da von Mini-Experimenten mit den Kindern über mehrsprachige Vorlesestunden bis hin zu einer Zeitung, die die Kinder dann während des Festivals selber gestalten und die dann im Grunde am Ende so als Dokumentation des Festibles.
00:44:05: dient gute Erfahrungen gemacht, eben Methoden zu mischen.
00:44:09: Auch zumischen wie aktiv die Rolle der Kinder ist und auch wie viele Kinder gleichzeitig an einer Aktivität teilnehmen so dass da wirklich für alle Kinder sowohl altersmäßig als auch von Wie schüchtern sind die?
00:44:22: Wie gerne machen die selber was was dabei ist.
00:44:27: Ja ich glaube Da isst Du hast das Thema gesagt, mal nicht Naturwissenschaft.
00:44:33: Ich glaube so laut wir als Naturwissenschafter da gerne klagen sind wir immer noch in einer relativ guten Position und auch gerade in der Physik noch in eine relativ gute Position.
00:44:45: wenn man irgendwelche Raumschiffe zeigen kann oder die neuesten Daten vom Zern oder irgendwie sowas hat man zumindest in der gewissen Zielgruppe erst einmal eine gewisse Aufmerksamkeit.
00:44:57: Das muss man mit anderen Themen glaube ich erstmal bekommen.
00:45:01: Wobei, ich glaube das Kinder auch... Also zumindest bei meinem Kind und bei Kindern, die ich so kenne.
00:45:07: Die haben Interesse für so gut wie alles also die fragen Alles gutes gibt Themen, die würde ich von mir aus niemals mit Kindern aufgreifen Und es muss halt einfach im kinderschutzbereich bleiben sag' ich malen.
00:45:21: also Kinder müssen immer noch geschützt werden sollen durch wissenschaftskommunikation nicht.
00:45:25: Also kannst natürlich jedes thema irgendwie erklären aber es gibt einfach dem die sollte man nicht erklären.
00:45:30: Aber die allermeisten Themen kannst du Kindern auch erklären, du musst eben nur gucken wie und nicht zu schwierige Wörter verwenden.
00:45:36: Aber so prinzipiell können Kinder fast alles verstehen und wollen auch ganz viel verstehen.
00:45:45: also haben wir halt auch nicht nur Interesse... Also stimmt schon Dinosaurier Raumschiffe das sind ja die Klassiker aber es ist ja auch ganz andere Interessen und Fragen die da auftauchen.
00:45:59: Es ist aber auch in den Wissenschafts-Communities so, dass die Offenheit für Wissenschaftskommunikation unterschiedlich ist habe ich den Eindruck.
00:46:06: Und man könnte jetzt vielleicht auf dem Standpunkt stehen das so in den harten Naturwissenschaften, Physik oder vielleicht auch in der Mathematik es besonders schwierig ist zu kommunizieren wenn man damit komplizierten Sachen zu tun hat was sich gar nicht so sehe.
00:46:22: aber die Meinung ist verbreitet.
00:46:25: Aber gleichzeitig habe ich das Gefühl, dass gerade dort auch die Notwendigkeit von Wissenschaftskommunikation sehr sehr anerkannt ist.
00:46:32: Und es gibt da auch eine große Tradition von Wissenschafts- kommunikationen ja wenn ich nur an Karl Sägen denke oder solche Leute.
00:46:40: also Das gibt's schon lang!
00:46:41: Da gibts schon viel.
00:46:43: Ich vermisse Wissenschafts Kommunikation aber eigentlich in den Geistes und Sozialwissenschaften.
00:46:49: Ich glaube der wär noch viel viel Platz für mehr.
00:46:53: Und ich habe da auch das Gefühl, dass manchmal Leute aus solchen Disziplinen es nicht so sehr wagen.
00:46:58: Weil sie irgendwie das Gefühl haben ja die Kolleginnen und Kollegen, die kritisieren mich dann vielleicht wenn ich etwas dann nicht so ganz präzise darstelle Ich glaube, dass da noch viel mehr Scheu da ist, die in den Naturwissenschaften vielleicht schon überwunden ist.
00:47:11: Wie ist das in der Linguistik Lena?
00:47:14: Ja, Linguistik ist natürlich irgendwie ein interessanter Interessantes Ding zwischen den Stühlen.
00:47:19: Sowohl aus den klassischen geisteswissenschaftlichen Disziplin-Elemente hat als auch aus der Naturwissenschaft.
00:47:27: und ich glaube wer der Linguisten ganz großen Gefallen getan hat ist Gretchen McCulloch das eine kanadische Linguistsin die sich so schon sehr früh mit Sprache im Internet beschäftigt hat, also wie wir im Internet sprechen und schreiben und wie sich das unterscheidet von anderen Kontexten in denen wir Sprache verwenden.
00:47:49: Und die dann auch ein Buch dazu herausgegeben hat because internet heißt es und die auch einen Podcast seit über zehn Jahren inzwischen hat der sich mit Sprache beschäftigt und die so den Weg geebnet hat für andere Leute in der Linguistik sich zu... zu trauen und rauszugehen.
00:48:09: Was in der Linguistik eigentlich ziemlich gut geht ist Citizen Science, insbesondere wenn wir halt wissen wollen wie Leute eigentlich sprechen?
00:48:17: Und gerade wenn es um so was wie Dialekte geht erzählen die Leute auch einfach wahnsinnig gerne!
00:48:22: Auch da gibt's ja viele Miskonzeptionen wo die Wissenschaftskommunikation vielleicht ihren Beitrag leisten kann das ein bisschen aufzuklären.
00:48:32: aber gleichzeitig sind Leute oft bereit und gewillt, sich dann auch zur Verfügung zu stellen für ja Proben also als Versuchspersonen für Dialekt-Experimente oder so.
00:48:49: Und daraus kann man natürlich wieder schöne Wissenschaftskommunikationsformate generieren mit diesen Ergebnissen aus diesen Beteiligungsformaten.
00:49:00: Wir haben eine Frage aus dem Chat Nämlich von nicht die Moni.
00:49:05: Wie können Laien unterscheiden, wer vertrauenswürdig ist und wer nicht?
00:49:09: Bei Drosten ja eindeutig aber sonst Fragezeichen.
00:49:13: Auch bei Drosten fand es ja nicht alle eindeutlich, aber wenigstens die, die interessiert waren... wie seht ihr das?
00:49:23: Ja, das ist die große Kretchenfrage.
00:49:25: Ich wünschte ich hätte eine Antwort und ich hätte vielleicht von ein paar Jahren noch gesagt naja sieh dir an ob die Person die hier spricht über ihr eigenes Fachgebiet spricht Ob es glaubwürdig ist dass sich der wirklich auskennt ob sie geforscht hat zu diesem Gebiet.
00:49:41: Und das sind alles sinnvolle Hinweise aber ist auch halt keine Garantie und ich kenne so viele Journalistinnen und Journalisten, die vielleicht gar keine Wissenschaft studiert haben.
00:49:55: Und unglaublich gute Zusammenfassungen schreiben und wirklich höchstredlich und ehrlich und gut erklären.
00:50:02: Und dann gibt es Leute mit Professoren Titeln, die das halt nicht tun!
00:50:06: Also... Das ist genau die zentrale Frage, glaube ich in der Wissenschaftskommunikation.
00:50:11: Woher weiß ich, wem ich vertrauen kann?
00:50:13: Ich habe ganz ehrlich keine Antwort drauf.
00:50:16: Ja, ich hatte gehofft dass du eine hast weil das glaube ich hier die Frage ist und es ist auch die frage die mich schon länger umtreibt.
00:50:30: schon mal angeschnitten hatte, mit wer sich dann auch als wissenschaftliche Autorität wo inszeniert und inszenieren kann.
00:50:37: Ich habe damals, als ich in den Niederlanden gearbeitet habe einen Projektantrag mitgeschrieben, wo wir Wissenschaftskommunikation auf TikTok machen wollten.
00:50:45: das war halt ja Und wir wollten gerne Infos bereitstellen für werdende und frisch gebackene Eltern rund um alles, was Schwangerschaft und früher Elternschaft betrifft.
00:51:00: Weil das natürlich etwas ist, was mit vielen Fragen behaftet ist – wo man aber auch und Annika als Mutter weißt du, dass sich ja auch einem viel Quatsch begegnet im Internet!
00:51:10: Wir dachten uns naja, wir können da als WissenschaftlerInnen auftreten und evidenzbasierte Tipps zur Schwangershaft- und Früherkindheit geben einer von vielen Accounts im Feed sind.
00:51:22: Wie können die Leute das unterscheiden, dass unsere jetzt sozusagen die evidenzbasierten Tipps haben?
00:51:30: Sondern ja Forschung basieren und wir haben diese Nuss damals nicht geknackt.
00:51:34: Das war auch mit einem Grund warum dieses Projekt damals abgelehnt wurde.
00:51:38: Und bis heute ist halt dieses Projekt immer eins über, dass ich immer wieder nachdenke wenn ich mir diese Frage stelle weil wie man diese Nuss knacken kann und ich auch nur den Eindruck habe, dass es ja mit zunehmender Algorithmisierung von sozialem Medien einfach noch schwieriger wird wirklich überhaupt gesehen und wahrgenommen zu werden.
00:52:01: Gerade im Vergleich zur großen Creator-Innen die dann aber vielleicht nicht unbedingt die Expertise in dem Bereich
00:52:06: haben.
00:52:08: Ich finde so ein bisschen.
00:52:09: also worauf ich selber achte ist...ich gucke mir an ... geben die Leute irgendwelche Quellen an?
00:52:16: und was sind das für Quellen?
00:52:19: Und sind die Leute sehr wütend, sehr fröhlich oder wollen die mir etwas verkaufen.
00:52:25: Also das ist dann quasi die Red Flex!
00:52:27: Ja...
00:52:28: Und am Ende des Tages müsste man halt den Leuten also allen Menschen auch denen jetzt vielleicht nicht gleich zum äh ja Abi- oder Hochschulabschluss kommen.
00:52:39: Die Grundlagen von Wissenschaft vermitteln hatten wir auch schon in anderen Sendungen.
00:52:42: Also allein zu verstehen Warum zum Beispiel Meinungen, die dynamisch sich verändern was ja während der Pandemie ein großes Thema war.
00:52:51: Warum das ganz normal in einem wissenschaftlichen Prozess ist?
00:52:56: Weil Menschen, die basic gar nicht wissen wie wissenschaftliche Prozesse verlaufen denken okay jemand, der ständig die Meinung ändert hat keine Ahnung weil du eben nicht weißt wie wissenschaftliche Prozes verlaufen und dieses Grundwissen so verständlich in einer grundlegenden Schulbildung zu vermitteln, dass auch Bildungsferneschichten das überhaupt so weit verstehen würden.
00:53:17: Dass dann auch eine Grundlage dafür da ist zum Beispiel zu sagen okay du kannst in einem gewissen Maß schauen ob irgendeine Meinung zb sehr weit weg außerhalb des aktuellen wissenschaftlichen Konsens ist oder nicht.
00:53:31: was es überhaupt ein wissenschaftlicher Konsens worauf basiert er überhaupt?
00:53:34: wenn die Leute das basic kapieren würden?
00:53:36: Dann hätten wir die Grundlage damit Menschen Quellen bisschen besser sozusagen für sich selber prüfen könnten.
00:53:43: und es mangelt aus meiner Sicht total, an dem Versuch bildungsfernen Schichten dieses essentielle Wissen überhaupt zu vermitteln.
00:53:51: Ja das mag's sein aber ich glaube du verlangst hier auch ein bisschen viel weil wie soll meine Tante rausfinden ob diese Meinung die sie jetzt gerade gelesen hat den wissenschaftlichen Konsens entspricht?
00:54:03: Das ist katastrophale schwierig.
00:54:06: Ja, sie müsste aber erst mal verstehen was bedeutet überhaupt wissenschaftlicher Konsens?
00:54:09: und bereits das versucht das mal zu fragen da wo ich aufgewachsen bin?
00:54:14: Ja, da hast du recht!
00:54:15: Und daran müsste man sich erarbeiten.
00:54:17: Aber es geht auch mir so Ich erhebe jetzt mal den Anspruch als jemand der sich seit vielen Jahren die ganze Zeit mit Wissenschaft beschäftigt dass da wahrscheinlich schon ganz gut einschätzen kann, was wissenschaftlich ist und was nicht.
00:54:30: Aber ich irre mich sicher auch!
00:54:32: Und wenn es um ein Fach geht das nicht meines ist dann stehe ich jede Woche mehrmals vor diesem Problem zu sagen okay dass klingt jetzt schräg.
00:54:41: was ich hier lese entspricht aus dem Konsens und ich brauche dann Stunden um das rauszufinden Vielleicht besser als manche anderen Leute, wo ich dann nachschauen kann.
00:54:55: Aber es ist auch keine Garantie für irgendwas.
00:54:59: Es ist selbst innerhalb der Wissenschaft höchst schwierig.
00:55:02: oder sehen wir uns an so gerade Studien die irgendwie politische Schlagseite haben von Energiewende bis hin zu Migrationsfragen oder solche Dinge.
00:55:16: Da ist es wahnsinnig schwer, solche Studien zu lesen und rauszufinden.
00:55:20: Ob die seriös sind?
00:55:21: Ob die gebiased sind das ist kaum möglich für Menschen, die nicht wirklich jetzt die ganze Woche Zeit haben dafür.
00:55:28: Und das kann man auch nicht verlangen von jemandem der nur ein Zeitungsartikel liest und einschätzen möchte ob das Behauptete hier stimmt oder nicht.
00:55:36: Es gibt ja Formate wie zum Beispiel muss ich sehr löblich erwähnen die Instagram-Seite von Quarks so... Fantastisch verwirklicht, komplexe Sachverhalte so runterzubrechen.
00:55:50: Dass es verständlich ist trotzdem differenzierte Informationen darzustellen und auch auf die Quellen zu verweisen für alle, die sozusagen tiefer lesen möchten.
00:56:00: also das ist für mich ein Beispiel wie dass funktionieren kann.
00:56:04: tatsächlich
00:56:05: ich
00:56:05: bin beeindruckt.
00:56:06: Ich wünsche wir hätten mehr davon.
00:56:08: ja.
00:56:08: Also da stimm ich dir voll und ganz zu.
00:56:11: nur auch da ist halt dann wieder die Frage Wer folgt diesen Seiten und wer folgt anderen Seiten?
00:56:18: Und wie kann man dafür sorgen, dass irgendwie solche Formate einfach bei noch mehr Leuten ankommen.
00:56:25: Ich glaube auch da stößt man wieder an Grenzen
00:56:28: Klar, aber ich glaube wir bewegen uns ja auf zwei Ebenen.
00:56:30: Also wir sind auf der einen Seite bei der Frage wie kriegen die Leute dazu sich diese Frage, die jetzt nicht die Muni gestellt hat, sich überhaupt die Frage zu stellen?
00:56:38: und auf der anderen Seite was machen die Leute, die sich diese Fragen stellen?
00:56:42: Und Florian da würde ich jetzt sagen wenn du sagst das ist wahnsinnig schwierig Ja klar es auch für dich Wahnsinnig Schwierig ist auch für jeden von uns wahnsinnigs schwierig Bei einer Studie festzustellen Wie viel Hand und Fuß hat sie.
00:56:56: Aber wie wir aus unserem eigenen Feld wissen, ist die eine Studie halt selten die alles umwirft.
00:57:08: Und gerade in den Gesellschaftswissenschaften ist es glaube ich noch viel mehr so als jetzt in der Physik wo waren manchen Punkten tatsächlich nur ein oder zwei Experimente haben die da noch dazu forschen können dass wir ganz viele Studien haben, die möglicherweise auch mal auf den ersten Blick widersprüchliche Ergebnisse liefern und das keine Studie frei von Bayes ist.
00:57:32: und dass sich da eben auch ein Gesamtbild draus ergeben muss.
00:57:36: Und vielleicht ist das, was Teil von Wissenschaftskommunikation sein muss.
00:57:40: Dass diese Vielstimmigkeit da ist und nicht alles, was Studie heißt seriös ist – selbst wenn es seriöse ist – durchaus sein kann, dass ich eine Studie habe, die gut gemacht ist, die ein Ergebnis liefert und irgendwo liegen zwanzig andere, die das Gegenteil sagen.
00:57:56: Und dann muss ich halt Leute aus dem Fach haben, die das auseinander klamüsieren und das einordnen können.
00:58:03: Ich glaube tatsächlich es ist möglich auch für Laien herauszufinden dass ein Professor Bagdi nicht die ultimative Autorität zum Thema Covid-Viren ist dass ein Physik-Nobelpreisträger nicht die ultimative Autorität zum Thema Klimawandel ist.
00:58:29: Ich glaube, das es in großen Zügen schon geht!
00:58:32: Also ich würde da nicht so tiefstapeln.
00:58:33: und wenn man jetzt mal zurückguckt wieder mal dreißig, vierzig Jahre zurückgehen, wenn ich vor vierzig Jahren in der Zeitung gelesen habe – ich hab hier die und die Studie aus der, die das bewiesen hat was du im vermischten in der Zeitung schon immer hattest.
00:58:52: Also es gibt ja immer in den Medien die Unterscheidungen, was passiert im Wissenschaftsteil und was passiert in anderen Teilen wenn über Wissenschaft gesprochen wird?
00:59:01: Zumindest kann ich mir jetzt mal... Ich kann mir die Originalstudie runterladen.
00:59:04: das hätte ich vor vierzig Jahren, wenn nicht zufällig an einer Unibliothek gesessen, hätte er gar nicht gekonnt.
00:59:11: Nur bei Runder laden hätte ich schon damals nicht gekont.
00:59:13: also Kann diese Fragen stellen?
00:59:16: Und ich kann im Zweifelsfall auch mehr andere Informationsquellen suchen.
00:59:19: Ja klar, ich kann mir auch schlechte Informationsquelle suchen das ist ja... Das ist dann die Frage der Medienkompetenz glaube ich.
00:59:28: Also ich glaub' auch dass du die Feinheiten natürlich berechtigterweise kritisierst.
00:59:32: aber jetzt mal wenn wir wirklich über so fundamentale Basics reden wäre er schonmal dieses Grundwissen, um eben zum Beispiel die ganz offensichtlichen Fehlinformationen zu erkennen.
00:59:43: Ich sage nur die unglaublich verbreitete was wir vorhin hatten Nutzung des Wortsquanten für offenkundigen Unsinn.
00:59:52: also es gibt bestimmt viele Bereiche wo eine grundlegende Bildung wie Wissenschaft funktioniert zumindest die offenkundigsten Quatschbehauptungen durchaus ja die Leute dann besser bewertbar machen würde.
01:00:07: Das geht, und es geht glaube ich bei physikalischen naturwissenschaftlichen Dingen relativ leicht.
01:00:14: Und ich schaff's glaube ich ganz gut!
01:00:16: Und holm auch Leuten die von Quantenphysik keine Ahnung haben zu erklären warum jetzt Quantenengels Heilung doch nicht so die allerbeste und allerphysikalischste Idee ist.
01:00:28: Okay das kriegen wir hin ja?
01:00:30: Aber was ist jetzt wenn... Ich weiß nicht ein Psychologe in Auf YouTube sagt, ich habe mir jetzt Studien angesehen und hab festgestellt das Frauenbenachteiligung gar nicht existiert.
01:00:46: Ich habe hier Statistiken oder kann man schöne Grafiken einblenden... in denen Skandinavien verglichen wird mit anderen Ländern.
01:00:55: und dann stellt man fest, dass in egalitären Gesellschaften wie Skandinavia weniger Frauen-Mindfächer studieren als in Algerien oder was auch immer.
01:01:06: Das heißt der gesamte Feminismus wurde somit jetzt wissenschaftlich widerlegt weil ich habe Zahlen und Statistiken und Ich hab hier die Kurve eingeblendet.
01:01:15: Die Quelle habe ich auch verlinkt.
01:01:18: Dann könnte man jetzt sagen, oh okay.
01:01:22: Ja der ist vom Fach so halbwegs zumindest.
01:01:26: Der hat auch Quellen angegeben.
01:01:29: ich habe nachgesehen das sind tatsächlich peer reviewed Journalen zitiert und das sieht doch alles ganz gut aus.
01:01:38: Okay dann war es mit dem Feminismus halt Fake News.
01:01:42: Nee vielleicht sollte man erstens verstehen dass man ja eh Immer, wenn es um komplexe menschliche Vorgänge geht.
01:01:51: Bereits ja grundlegend weiß das man sehr viele unterschiedliche Faktoren berücksichtigen muss was dazu gehören würde?
01:01:56: Wenn mein Menschen erklären könnte sehr basic wie Wissenschaft funktioniert Was sage ich immer bei meinen Vorträgen gibt es dass Serienkiller gehen?
01:02:03: Nein gibt es nicht!
01:02:04: Es gibt nicht das Gehen, dass Leute zu Serienmord treibt.
01:02:07: Weil wir Menschen sind ein komplexes Gebilde aus biologischen Faktoren und Umweltfaktoren.
01:02:12: Umweltfakten sind soziale Faktor in biografische Lernerfahrungen
01:02:15: usw.,
01:02:16: die interagieren mit unterschiedlichen biologischem Prozessen.
01:02:20: Long Story Short.
01:02:21: jeder der sich mit menschlichem Verhalten beschäftigt weiß, von vielen Faktoren und ihren Wechselwirkungen abhängendes Thema ist.
01:02:31: Also müsste man ja hier tatsächlich sich angucken, welche anderen Studien oder Erkenntnisse gibt es?
01:02:37: Und dann muss man ja tatsächlich in dem Wissenschaftsbereich einfach ins Gespräch gehen und müsste dann gucken okay haben wir hier alle denkbaren Fakturen sozusagen wirklich objektiv in dem was wir hier darstellen so zu sagen drinnen oder sind auch andere weil also umso komplizierter?
01:02:54: das Thema Menschliches Verhalten ist eines der kompliziertesten Themen ever.
01:02:59: Genau deswegen ist es ja halt, was Studien angeht nicht so dass die eine Studie voll erklärt warum Menschen jetzt plötzlich Serienmord begehen.
01:03:07: weil Es sind viele Faktoren und zu messen wissen wir alles wissenschaftlich super kompliziert.
01:03:11: Aber Leuten sagen, ich zeig das immer so in meinem Vortrag.
01:03:15: Ich sag so, stell dir vor die menschliche Persönlichkeit ist quasi eine mathematische Gleichung.
01:03:21: Da sind verschiedene Eigenschaften drin.
01:03:23: Wir haben an der Person, die hat eine Eigenschaft wie wenig Angst empfinden deutlich unterdurchschnittlich im Vergleich zum Durchschnitt.
01:03:31: Dann hat sie noch ne zweite Besonderheit nicht nur dass die wenig Angst entfindet sondern auch ein sehr starkes Stimulationsbedürfnis.
01:03:38: Also da wo andere Leute sagen würden ist mir viel zu stressig und da hätte ich Angst, sagt die Person jetzt fängt es erst mal an richtig Spaß zu machen.
01:03:45: ja also zum Beispiel abenteuerlos sensation seeking so dann sage ich okay wenn du jetzt eine Person hast die sehr stimulationsbedürftig in ihren Grundbedürfen ist gleichzeitig wenig angst hat dann erhöht das die Wahrscheinlichkeit dass die Personen Entscheidung treffen könnte aufgrundlage dieser Eigenschaften die dazu führen dass sie sich und Andere in Gefahr bringt.
01:04:03: Da muss man Psychologie studieren, um diese logische Schlussvergaerung zu ziehen.
01:04:08: Wenn die Person dieses Vereigenschaften hat, kann das zum Beispiel die Wahrscheinlichkeit erhöhen?
01:04:12: Sie sich ein schnelles Auto kauft, total cool findet so schnell zu rasen wie es geht und dann halt vielleicht wahrscheinlich als andere einen schweren Autounfall verursacht bei dem sie und anderen Menschen schwer verletzt oder getötet werden.
01:04:23: So wäre ja dann blöd.
01:04:24: die zwei Eigenschaften wären dann ja Risikoeigenschaften für einen negativen Outcome.
01:04:29: was ist aber wenn die zwei eigenschaften Bei der Person voran sind?
01:04:32: und da kommt noch eine dritte Eigenschaft dazu?
01:04:34: Die Dritte Eigschaft?
01:04:35: wäre das die Person sehr gut in der Lage ist logisch vorausschauend zu denken?
01:04:40: Und obwohl sie total Lust auf Stimulation hat und nicht so viel Angst empfindet wie andere, kann sie schlicht untergreifend logisch-rational Schlussfolgern die Folgen ihrer Handlungen... sozusagen erst mal abwägen, bevor sie agiert.
01:04:53: Das bedeutet hinzu kommt auch noch eine relativ gute Impulskontrolle.
01:04:55: wenn wir jetzt ein gutes logisch losfolgerendes Denken in die Gleichung hinzunehmen und dann noch ne gute Impulskontrolle.
01:05:00: Sie kann also gut erst entscheiden und dann handeln nicht ersthandeln Und dann sagen das war vielleicht nicht so klug So dann haben wir plötzlich einen anderen Outcome.
01:05:08: Dann sage ich so stellen sich mal vor diese vier Eigenschaften sind in so einer mathematischen Variablengleichung Ne?
01:05:14: Dann haben wir ja schon hier gesehen Zwei variablen mehr Machen einen anderen outcom Aha.
01:05:20: Und jetzt überlegen Sie mal, wie viele Variablen haben sie als Eigenschaften in ihrer Persönlichkeit?
01:05:25: Wow!
01:05:25: Das ist voll die lange Gleichung genau.
01:05:27: und da sind wir noch gar nicht bei der Frage wo kommen die ganzen Variabeln eigentlich her?
01:05:30: ne Anlage umweltwechsel Wirkungen so.
01:05:32: und dann sage ich so Menschen sind halt komplex.
01:05:34: und das heißt du kannst immer wenn Du über psychologische sozusagen komplexe Sachverhalte diskutierst musst Du ja erstmal den Leuten genau das erklären.
01:05:43: wir reden hier über Die Interpretationen von Studien, die sich mit ein paar Variablen dieser Gleichung beschäftigen und wir müssen aber alle diese Variabeln und deren Hintergrundwechselwirkungen berücksichtigen.
01:05:53: Und deswegen meine Lieben gibt es keine super einfachen Antworten auf die Frage warum Menschen sich so oder so verhalten sondern immer nur komplexere Antworten.
01:06:01: Aber guck mal das kann man doch erklären ohne dass es mega schwierig ist, oder?
01:06:05: Es hat aber jetzt eine ganze Weile gedauert.
01:06:06: du hast es sehr gut gemacht.
01:06:08: Ich mach's mal mit Bildern,
01:06:10: weißt du so plus minus?
01:06:13: Ja ja, du hast
01:06:13: schon recht und ich glaube dieses Komplexitätsargument das du jetzt gebracht hast ist ganz ganz wichtig.
01:06:18: Und ja das ist ein vermissen Kern von Wissenschaft.
01:06:21: überlege auf welcher Komplexitätsebene dein Argument ist und überlege ob Wissenschaft inwieweit quantitative Wissenschaft hier überhaupt anwendbar
01:06:30: ist.
01:06:31: Nur es passt halt nicht ganz zur Praxis der Wissenschaftskommunikation, weil es halt eine super tolle Zeitungshedline gibt.
01:06:39: Wenn man sagt neue Studie hat herausgefunden Linkshänder bohren um zwanzig Prozent häufiger in der Nase das ist wissenschaftlich vollkommen wertlos.
01:06:48: aber es macht halt eine gute Überschrift
01:06:51: Ja, okay.
01:06:51: Aber am Ende darfst du auch jetzt nicht... Also die Schlussvergaerung ziehen das dann sozusagen die komplexen Sachverhalte dadurch dass sie so hochkomplex sind sozusagen prinzipiell nicht erforschbar wären?
01:07:02: man muss einfach nur sehr viel forschen und eben sehr viele Faktoren berücksichtigen und durch immer genauere Forschung quasi die Faktore und ihre jeweiligen Wirkungen immer besser erfassen.
01:07:15: Aber es dauert lang, aber es ist nicht so dass wir das nicht hinkriegen könnten sonst wäre ja die komplette Psychologie sinnlos sondern es dauern halt und wir brauchen halt sehr viele Daten und wir brauchen halt Zeit um diese ganzen Daten immer weiter zu entwickeln.
01:07:28: Das kann man jetzt zumindest so ruht wie man herunterbrechen.
01:07:30: auf warum es da nicht so einfache Antworten gibt wie jetzt.
01:07:33: keine Ahnung.
01:07:33: bei einer einfachen Chemiestunde wurde ein paar Stoffe zusammenmixt auch wenn das sicher auch auf einem höheren Niveau durchaus komplexer zu erklären wäre.
01:07:43: Also generell würde ich jetzt sagen, also wenn jemand um auf dein dein Beispiel mit dem Feminismus zurückzukommen.
01:07:48: Wenn wenn jemand aus so komplexen Sachverhalten so einfache Schlussfolgerungen zieht und dann sagt Ich habe hier die Statistik die beweist das Dann muss eigentlich jedem der sich seriös damit beschäftigt klar sein Dass dass er damit ein Ziel verfolgt und dass wenn Wenn das Wissenschaftskommunikation sein soll, dann ist es auf jeden Fall keine gute Wissenschaftskommunication.
01:08:13: Und ich würde sagen, dass auch schon keine gute Wissenschaft dahinter.
01:08:15: Das haben wir selbst in der Physik.
01:08:21: Es gibt gute und schlechte Wissenschaftskommenikationen.
01:08:24: Und wenn man schlechte wissenschaft sehr laut von der Reichweite her erfolgreich kommuniziert, dann verursacht man möglicherweise die allergrößten Probleme.
01:08:40: Aber dann muss ich halt sagen in dem Moment wo ich Wissenschaftskommunikation versuche seriös zu machen, muss sich halt lernen mit sowas umzugehen weil natürlich auch jeder der irgendeine Studie verfasst hat und eine Studie gemacht hat das Bedürfnis hat rauszugehen und ganz laut zu schreien.
01:08:55: Ich habe was gefunden.
01:08:56: also es ist ja auch nur menschlich
01:08:58: Und es ist ja teilweise tatsächlich so, dass zum Beispiel Content Creator sich Wissenschaftskommunikationen teilweise sowie Nijäckchen anziehen weil sie einem irgendwas verkaufen wollen oder was auch immer.
01:09:07: Oder sich besser darstellen wollen.
01:09:09: Ludia du hattest da glaube ich auch noch etwas?
01:09:13: Ja, im Vorgespräch.
01:09:15: Entschuldigung, nein ich muss gerade lachen weil ich es fast vergessen hätte.
01:09:17: Ich war grad gedanklich auch abgeschwiffen.
01:09:19: Daher, dafür bin ich ja da, dass hier die Überleitung ist.
01:09:22: Oh mein Gott.
01:09:22: wirklich danke Annika!
01:09:25: Ich habe im vorgesprich also bevor wir live gegangen sind erwähnt das ich jetzt irgendwie letztens eine Anfrage hatte von einem Kollegen von einer Zeitung der nämlich wissen wollte wie ich zu einer Serienmordausstellung in Köln stehe.
01:09:39: so und das Interessante sogenannte Serienmod-Ausstellung irgendwie.
01:09:43: Die hatten wohl meinem Management eine Einladung geschickt von wegen, also Zitat zum Red Carpet Event und ich dachte schon ein Red Carpet Event bei einer Serienmode Ausstellung klingt schon.
01:09:55: Bin ich mal gespannt wie das sich ethisch ausgeht.
01:09:57: sagen wir mal so ne?
01:09:59: Und dann auch angefragt habe ich da einen Vortrag halte so und dann bin ich nur auf die Instagramseite gegangen.
01:10:04: Ich hab nichts mehr getan um bereits zu sehen warum Problematisch finde, auf der Instagram-Seite ist ein Bild von einer Person die halt gefesselt ist und die offenkundig mit einer Plastiktüte über dem Kopf erstickt wurde.
01:10:19: So eine natürlich durchaus krasse Szene.
01:10:23: Und dann denkt man also ich denke an der Stelle okay mir ist schon klar worum es hier geht.
01:10:27: Also ich denke mal dass dieses Bild hier nicht in einem höheren Bildungsauftrag auf dieser instagram Seite publiziert wurde.
01:10:33: würde Ich mal vermuten.
01:10:34: was mich noch mehr irritiert hat ist das die Stadt Köln Stadt Kölnseite, wo auf dieses Event verwiesen wird.
01:10:42: Dieses Bild in einer größeren Aufnahme gezeigt hat und ich habe dann einfach Grafik sozusagen im neuen TAP darstellen, auf der Stadt Köln Seite mir dann anzeigen lassen.
01:10:52: Da sieht man das Bild noch größer und Long Story Short.
01:10:55: Man sieht da ein Raum wo zwei Personen auf die gerade dargestellte Art zu Tode gekommen sein sollen.
01:11:02: es handelt sich natürlich hier um lebensgroße Puppen muss man dazu sagen in einem lebens großen sozusagen Raumsetting und es wird auch explizit in diesem Raum benannt um wen es da geht also einen bestimmten Serienmörder namens Dennis Rader Ohne jetzt zu lang die Schilderung hier noch weiter klarzumachen, es war nur so.
01:11:20: Der Raum ist explizit bezogen auf diesen Serienmörder.
01:11:25: Sein Name steht dort, sein Foto ist dort.
01:11:27: Dort sind auch in dem Raum Fotos von einigen seiner Opfer.
01:11:31: und dann habe ich natürlich mich gefragt also abgesehen mal davon dass weitere Räume in dieser Ausstellung auch nicht gerade weniger offenkundig einen eigentlich ausschließlich voyeuristischen Zweck erfüllen Wie genau würde es jetzt den drei derzeit noch lebenden Kindern, der Opfer gehen?
01:11:50: Um die ist nämlich in dieser Szenerie geht.
01:11:53: Ich hab dann dem Journalist gesagt, weil er da auf so eine Presseinladung hin so ne Tour gekriegt hat mit anderen Leuten aus dem Journalismus scheint mir.
01:12:02: jedenfalls habe ich gesagt Er kann ja mal die Person, die ihn darum führt fragen wie sie sich eigentlich jetzt fühlen würde während die da im Raum stehen wenn das jetzt ein enger Angehöriger von der Person wäre.
01:12:13: Ob das jetzt irgendwie für die Personen okay wär, so emotional?
01:12:17: Und die Antwort war faszinierend!
01:12:20: Also den Antwort, die der Journalist offenbar erhalten hat, war dass hier keine realen Opfer abgebildet würden.
01:12:26: Nun kenne ich mich zufällig mit besagtem Fall ganz gut aus und es wurden genau zwei Personen an einem Tatort mit dieser Methode getötet und zwei weitere mit einer anderen und ohne deins Detail zu gehen aber die zwei Personen, die von dem Täter, der in dem Raum explizit genannt wird als das ist der Raum, der diesem Täter gewidmet ist.
01:12:47: Diese zwei Opfer waren ein Familienvater und sein neunjähriger Sohn.
01:12:52: Und jetzt kann ich mit logischem Denken eins und eins zusammenzählen und mich fragen wie wahrscheinlich die Aussage ist dass diese zwei nachgestellten Leichen keine realen Personen darstellen sollen in diesem Raum, der diesem Serienmörder gewidmet ist.
01:13:09: Das hat mich sehr aufgeregt wie man wahrscheinlich jetzt schon merkt weil ich echt dachte boah also man könnte ja wenigstens ehrlich sein aber dann auch noch so dreist lügen.
01:13:18: das fand ich wirklich krass und das Interessante ist.
01:13:22: dann habe ich ein bisschen recherchiert.
01:13:23: diese Ausstellung die kommt ursprünglich aus den USA und es gab wohl eine andere Serienmod-Ausstellung in Berlin die dafür kritisiert worden zu sein scheint dass es da eigentlich nur um Voyeurismus geht.
01:13:32: Surprise, surprise!
01:13:34: Und dann scheint man jetzt hier eine tolle Idee gehabt zu haben diesem Vorwurf zu entgehen indem die jetzt so Text-Dafeln dahingestellt haben und irgendwie Personen, die irgendwann mal oder auch derzeit noch mit irgendwie verbrechen berufsmäßig zu tun haben eingeladen hat, die dann ich glaube die nennen sie wirklich Crime Coaches?
01:13:56: Und dann heißt es so ja wir wollen die Leute bilden Denk mir so, du gehst durch solche Räume.
01:14:03: Du gehst ruhig räume wo irgendwie irgendwelche Organe in irgendwelchen im Kühlschrank sind oder also sehr plakative Räime die mehr so anders hallo wie ein Gruselhaus wo ab ab sechzehn erinnern und dann stellst du da ein paar Texttafeln hin und sagst so ja wir wollen natürlich bilden.
01:14:23: Entschuldigung aber als jemand der selber im Bereich True Crime immer wieder auf Wissenschaftskommunikation pocht und ich bin selber ein Mensch, der viele Prozesse von ethischen Abwägungen über die Jahre jetzt durchlaufen hat.
01:14:36: Frage ich mich wirklich?
01:14:37: Glaubt sich das irgendjemanden von den Leuten, die diese Ausstellung herausgeben, wirklich selber also spätestens bei dem oh diese Person hier sollen gar keine echten Personen sein?
01:14:46: Also das ist ja nun... Das ist unfassbar offensichtlich unwahr.
01:14:51: Deswegen, ich dachte nur es hat mich aufgeregt dass hier Wissenschaftskommunikation als ein wirklich offenkundig schlechtes Feigenblatt für Voyeurismus und zwar ethisch extrem fragwürdiger Voyeurismus offensichtlich benutzt wird.
01:15:09: Also das war jetzt ein aktuelles Beispiel für mich, für den Worst Case-Szenario.
01:15:16: Kennt ihr auch noch
01:15:16: flächte Beispiele?
01:15:18: Lena und Florian oder gerne auch andersrum was sind für euch gute Beispielle?
01:15:24: wir hatten ja gerade Quarks zum Beispiel Ihr dürft auch eure eigenen Sachen
01:15:29: werden.
01:15:29: Ich würde das gar nicht als schlechte Wissenschaftskommunikation bezeichnen, ich würd schlichtweg sagen... Das ist
01:15:33: halt einfach keine... Da ist
01:15:34: tatsächlich der Begriff Wissenschaftskomunikations- und männlichen was da benutzt wird um halt Sachen zu vermarkten oder um halt etwas irgendwie positiv darzustellen.
01:15:43: Also ich sehe nicht wo die Wissenschaft ist, die in irgendeiner Weise sinnvoll kommuniziert wird.
01:15:53: Ja also Ich glaube auch, das war jetzt natürlich ein sehr krasses Beispiel wie man irgendwie unter dem Deckmantelchen von Wissenschaftskommunikation oder einem Bildungsauftrag oder so krassen Wojuryismus betreibt.
01:16:09: Was mich aber auch noch mal interessieren würde und sorry dass ich da eine Frage damit ein bisschen überspringen kann weil es ein bisschen anknüpft auch an das worum ist... vorhergegen mit diesem Feminismusbeispiel, was du jetzt gebracht hattest Florian.
01:16:29: Dass ich bei Wissenschaftskommunikation so eine gerade Wanderung sehe und in zweierlei Hinsicht des einen ist, inwieweit darf soll oder muss Wissenschaftskomunikations emotionalisieren?
01:16:44: Und die zweite Frage ist, Haltung zeigen.
01:16:51: und ich glaube auch diese Frage hat eine komplexe Antwort.
01:16:58: Und da wird es mich aber auch nochmal interessieren, Florian wie du zu den beiden Fragen stehst?
01:17:06: Das sind wahnsinnig schwere Fragen!
01:17:07: Da könnte man eigentlich über jeder eine eigene Sendung machen... Ja das mit Haltung zeigen ist schwierig.
01:17:20: also Haltung zeigen kann man immer nur als Einzelperson eigentlich und da sollte man es auch tun.
01:17:27: Und das versuche ich persönlich zum Beispiel, wenn ich auf Social Media unterwegs bin, immer ganz bewusst.
01:17:34: Es wird aber viel schwieriger, weil man sagt okay vielleicht gibt's eine Wissenschaftsredaktion von der Zeitung oder so sollen die dann Haltung beziehen?
01:17:43: zu gesellschaftlichen Fragen?
01:17:45: Ich weiß nicht... Keine Ahnung, ist schwer.
01:17:50: Es gibt wissenschaftliche Themen wo sich das im Gewissen gerade nicht vermeiden lässt und ich habe da selber auch keine Antwort.
01:17:59: ja also gerade wenn es jetzt um Energiewende- und Klimafragen geht zum Beispiel.
01:18:05: Da ist es vielleicht noch ganz gut möglich, weil da gibt es einfach wissenschaftlich klare Antworten mittlerweile.
01:18:10: Aber wir kommen ja schon in politisches Terrain und das geht dann bis hin zu Fragen von Gleichberechtigung, Minderheiten, Migration was auch immer wo's wirklich ein politisches Minnenfeld ist unterschiedliche Meinungen wirklich gut argumentieren kann.
01:18:29: Was macht Wissenschaftskommunikationen zu dem Gebiet?
01:18:31: Soll man das Gebiet dann überhaupt meiden?
01:18:34: oder soll man, wenn es wissenschaftlich dazu etwas zu sagen gibt, es halt dann trotzdem sagen... Ich finde schon aber das ist eine Grauzone wo man die rote Demokationslinie nicht ganz klar ziehen kann.
01:18:46: und die erste Frage die du gestellt hast mit den Emotionalisieren auch das ist schwer.
01:18:52: natürlich braucht Wissenschafts Kommunikation die Emotionalisierung Und ich bin selber zum Beispiel jemand, der sich bei Weltraumtechnologie relativ leicht anstecken lässt und er sagt hey wie cool ist es dass man jetzt dieses neue Weltraumteleskop hat.
01:19:09: Und hey schaut euch diesen Wellenlängenbereich an indem wir jetzt Bilder bekommen total fantastisch.
01:19:15: gleichzeitig.
01:19:16: ja Weltraum ist ein Terrain das politisch unglaublich missbraucht werden kann dass natürlich historisch auch ganz viel mit Krieg und Verteidigung zu tun hatte, das jetzt ganz viel zu tun hat mit Milliardär-Oligarchen.
01:19:35: Und gleichzeitig schlimme Dinge mit Umweltmacht... Ja!
01:19:41: Da muss man auch irgendwie eine Bremse ziehen beim Emotionalisieren.
01:19:45: aber diese Abdeckung ist für mich ganz, ganz schwer.
01:19:49: Aber ich glaube es ist so ein bisschen die Frage in welche Richtung emotionalisiert man?
01:19:53: weil das eine ist ja sozusagen die Begeisterung für Wissenschaft und da sehe ich schon bei der kommerzialisierten Raumfahrt, dass es auch um andere Dinge als um Wissenschaft geht.
01:20:06: Und die andere Sache nutze ich wissenschaftliche Ergebnisse mit irgendeiner Weise politisch zu emotionalisieren.
01:20:15: Ich glaube, da kann man durchaus unterscheiden auch emotional sein darf, glaube ich würde mich nicht wegnehmen lassen wollen.
01:20:28: Ja also ich glaube gerade wenn man noch mal zurückgeht dann das was wir ganz am Anfang gesagt haben dass Wissenschaftskommunikation ja auch viel mit staunen und neugier arbeitet das sind ja auch Dinge die auf einer emotionalen Ebene stattfinden.
01:20:42: und da denke ich schon dass zu einem gewissen gerade wissenschafts kommunikation damit sie effektiv ist damit sie wirkt damit sie ankommt und wahrgenommen wird durchaus emotionalisieren darf und sogar sollte.
01:20:57: Aber ja, das ist natürlich eine komplexe Frage auch wo in welche Richtung wird emotionalisiert?
01:21:03: Und inwiefern ist Emotion überlagert sie dann am Ende Inhalt?
01:21:11: und da muss man vorsichtig sein dass man aufpasst dass man trotzdem noch wissenschaftlichen Inhalt auch kommuniziert und gleichzeitig auch Raum lässt, dass sich diejenigen, die diese Wissenschaftskommunikation wahrnehmen und nicht so von der Emotion überwältigt oder von der emotion in eine bestimmte Richtung gedrängt werden wie dieser wissenschaftliche Inhalt jetzt wahrgenommen werden soll.
01:21:37: Da sagst du aber was wichtiges weil jede Studie kann man ja erst mal sich anschauen bezogen auf wie qualitativ hochwertig sie ist logischerweise dann auch im Vergleich zur bisherigen Forschungslage.
01:21:51: Und es ist doch die eine Sache, was wir jetzt sozusagen an Studienergebnissen haben und das ist eigentlich eine komplett andere Sache wie wir das dann über die Ergebnisse hinaus in irgendeiner gesellschaftlichen Debatte als Argument nutzen, besonders bei den sehr komplexen Sachverhalten von denen wir vorhin gesprochen haben.
01:22:13: Ist ja ganz klar dass man da aus sehr vielen Bereichen sehr viele Studien mit eben ihren faktoriellen Wechselwirkungen berücksichtigen muss.
01:22:19: und da guck Florian ich denke halt Man sollte zu jedem Thema versuchen so viele Forschungsergebnisse wie möglich zu generieren unabhängig davon ob diese den bisherigen Erwartung jetzt dann im Ergebnis entsprechen oder widersprechen.
01:22:38: Wenn Sie den widersprechen, wird man ja wie immer in der Wissenschaft schauen okay interessant warum da jetzt was anderes raus als das was ich auf der bisherigen Sichtung der Forschung hier angenommen habe und so?
01:22:47: aber es ist noch eine völlig andere Frage wie du auf einer persönlichen Ebene oder auch irgendeiner gesellschaftlichen Ebne sozusagen dann versuchst darüber zu debattieren welche übergeordneten Schlussfolgerungen einem ganz anderen Abstraktionslevel ziehst, weil die einzelnen Fakten erheben ja gar nicht den Anspruch.
01:23:12: Die Beantwortung dieser komplexen abstrakten Gesellschaftsdiskussion sozusagen dann zu beinhalten.
01:23:18: das wäre ja offensichtlich Quatsch.
01:23:21: also weiß wie ich meine Das heißt eigentlich müssen wir auch einfach trennen.
01:23:23: Die Ergebnisse sind wichtig Wir brauchen mehr Ergebnisse zu jeder Fragestellung des Menschseins und andererseits sollten wir uns klar darüber sein dass ab dem Moment wo wir auch irgendwo interpretieren, besonders auf andere abstrakte Sachverhalte bezogen.
01:23:35: Hier eben eine Subjektivität automatisch in die Debatte hineinfließen wird.
01:23:40: also das eine und das andere ist ja irgendwie gar kein Widerspruch.
01:23:44: ich hoffe es kommt ein bisschen an was ich gerade meine.
01:23:48: Ich glaube das ist wichtig und das passt auch zu dem was ich Anfangs gesagt habe dass man Unsicherheit mit kommunizieren muss.
01:23:56: ich wünsche mir in solchen Situationen halt dass jemand sagt okay Leute das hier sind die Fakten Und die sind wahr, das haben wir geprüft.
01:24:05: Jetzt kommen meine Schlussfolgerungen daraus.
01:24:08: Darüber könnt ihr vielleicht anderer Meinung sein oder ihr könnt die Fakten für eurer Schlussfolgarung möglicherweise anders gewichten oder was auch immer aber ich sage sie euch jetzt.
01:24:18: Das ist kommunikativ sehr schwierig diese Unterscheidung zu treffen.
01:24:22: Aber ich glaube es wäre wichtig.
01:24:25: Ja, voll schließe ich mich an!
01:24:28: Also als Merkmal seriöser Kommunikation auf alle Fälle, wir werden es aber nicht erreichen können dass jeder der sowas kommuniziert das in dieser Weise tut.
01:24:38: Ich glaube da müssen wir als Wissenschaftskommunikatoren und auch als Gesellschaft damit leben, dass es Leute gibt die halt das hauptsächlich als Vehikel benutzen um ihre Ideologie zu transportieren.
01:24:55: Jo, ich glaube es ist neun Uhr.
01:24:58: Wir wollen euch auf jeden Fall die Gelegenheit geben nochmal auf ein paar Dinge hinzuweisen, die euch am Herzen liegen, die ihr geschrieben habt oder in anderer Weise der Öffentlichkeit zugänglich gemacht habt und für die ihr ein bisschen werben wollt.
01:25:11: insofern kurz noch haben wir aus eurer Sicht was vergessen.
01:25:16: das wird zum Thema jetzt noch reinbringen müssen bevor wir zum Werbeblock kommen.
01:25:21: Ich bin alles losgeworden, was mir im Herzen lag.
01:25:26: Sehr schön!
01:25:28: Dann fang ich vielleicht den Werbeblock mal an weil es noch ein bisschen beim Thema ist.
01:25:33: Ich durfte nämlich genau zu diesem Thema wie redet man über Wissenschaft?
01:25:36: vor drei Wochen?
01:25:37: Da ging's zumindest online auf dem YouTube-Kanal von Skeptics der Nicolas Wörl interviewn Und eh jetzt jemand sich beschwert.
01:25:47: Es ist nicht so, dass ich den Nikolas nicht gefragt hätte, ob er nicht heute Abend bei uns dabei sein kann?
01:25:52: Nur stehen der Nikolas und der Reini heute auf der Bühne live und konnten einfach nicht insofern ... Er wäre gerne dabei gewesen und lässt seine Grüße ausrichten.
01:26:04: aber wer das mein kleines Interview mit dem Nikolas World zum Thema wie redet man über Wissenschaft?
01:26:10: hören möchte, wo wir noch mal ganz andere Aspekte drin haben.
01:26:15: Dann auf skeptics mit x underscore evv auf YouTube oder einfach über unsere Vereins Social Media Kanäle.
01:26:26: so drei Wochen zurück, den April findet ihr das.
01:26:30: Florian hast du was vorzustellen?
01:26:33: Du könntest ein Buch haben!
01:26:35: Das ist korrekt.
01:26:35: Genau, ich halte mein neues Buch kurz in die Kamera.
01:26:39: das heißt Die Wirklichkeit ist auch nicht wahr und es geht darin um die Physik der Wahrnehmung um die Frage, wie die Welt in unserem Kopf zur wirklichen Welt da draußen passt.
01:26:51: Ob es die überhaupt gibt und wie verlässlich das alles ist?
01:26:54: Es gibt eine Menge, wie ich finde recht verrückte und interessante Geschichten drin von seltsamen Experimenten, von Menschen, denen wirklich schräge Dinge passiert sind, von Dingen, die auch mich beim Recherchieren sehr überrascht haben.
01:27:10: also holt euch das Buch und schaut euch das an
01:27:16: Lena, wie sieht's bei dir aus?
01:27:20: Du hast dein Ton aus.
01:27:23: Jetzt hat es bis zum Ende so gut geklappt mit einem Ton ausgeraten und dann... Nein ich mach... Wir haben ein Film produziert das ist eine zwanzigminütige Dokumentation.
01:27:35: da gehts darum wie man Proben aus Baumkronen entnehmen kann, um so Waldgesundheit zu bestimmen und zukunftsfähige Wälder zu schaffen.
01:27:43: Der wurde letzten Monat veröffentlicht.
01:27:46: War ein großes Projekt ist richtig cool geworden.
01:27:49: Er heißt das Forschungsduell im Blätterdach und per Seil oder Drohne zur Krone.
01:27:56: Den findet man auf YouTube.
01:27:58: also wer sich den angucken möchte sehr gerne.
01:28:01: Und zwei Podcasts, die ich produziert habe oder produziere.
01:28:05: Da geht es in beiden um KI aus unterschiedlichen Blickwinkeln.
01:28:10: der eine heißt Beiz und Geist das ist ein Podcast über digitale Medienethik mit ja auch Thema KI aber auch Themen wie Verantwortung im Internet Freiheit in digitalen Gesellschaften.
01:28:23: Und der andere heißt Autonomie und Algorithmen.
01:28:26: Da geht es um verschiedene Anwendungsfelder von künstlicher Intelligenz, immer vor dem Hintergrund der Frage was macht das mit uns Menschen?
01:28:33: Gibt's auf allen gängigen Plattformen!
01:28:38: Ich muss noch anmerken dass Florian uns ja sehr bald treffen wird in Leipzig.
01:28:42: Mega unauffällige Überleitung!
01:28:44: Das ist unser Werbebüß.
01:28:46: Aha, ich freue mich schon sehr.
01:28:48: Genau dein Vortrag heißt die Wirklichkeit ist auch nicht wahr warum Physik allein nicht genügt um die Welt zu verstehen was voll anknüpft an unsere Diskussion.
01:28:55: gerade im Prinzip und genau da haben wir also zwei Tage, der Dreiundzwanzigste und Vierundzwanzigster Mai Samstag Sonntag Sehr viel Programm mit Annika Holm, Bernd, vielen anderen Menschen.
01:29:08: Einige waren auch schon hier und das Programm findet ihr auf www.wtf-leipzig.de
01:29:14: Genau.
01:29:14: Also ich bin zwar mit Krücken unterwegs, weil ich mir gerade das Bein gebrochen habe aber ich werde trotzdem mein bestes versuchen mich nach Leipzig zu schleppen.
01:29:22: und wenn ich das mit Krücken von Wien aus schaffe dann schafft ihr das doch alle auch also.
01:29:27: Florian
01:29:28: Spitzauer hat im Chat übrigens gute Besserung gewünscht.
01:29:30: Oh danke schön!
01:29:32: Und cool dass du es trotzdem auch wirklich auf dich nimmst.
01:29:35: Florians super Danke Ich freu
01:29:37: mich
01:29:40: Jo Dann ja sehen wir hoffe ich ganz viele von euch in Leipzig am kommenden Wochenende.
01:29:49: Und ansonsten sind wir natürlich in zwei Wochen wieder mit dem WTF Talk da und wir haben ein Thema, das mir schon seit längerem vorschwebt dass wir das mal machen könnten.
01:29:59: jetzt habe ich endlich geeignete Gäste am Haken mit denen man es auch machen kann.
01:30:05: Wir sprechen darüber wie man neue Arzneimittel entwickelt Was da so alles passieren kann auf dem Weg dahin.
01:30:12: Ja,
01:30:12: man wartet bis man träumt was für Arzneimittel die richtigen sind und dann nimmt man den um.
01:30:18: Dann
01:30:20: sammelt
01:30:20: man Freude ab.
01:30:21: Nein!
01:30:23: So hat das doch der Herr
01:30:25: Bach
01:30:25: mit den Bachblüten gemalt.
01:30:26: Auch dass es so ist oder nicht?
01:30:27: Das findet ihr in zwei
01:30:30: Wochen raus.
01:30:30: Genau.
01:30:37: Ja, in diesem Sinne bis Freitag oder bis Samstag, wenn nach Leipzig kommt und bis zum ersten Sechsten.
01:30:48: Wer das nächste Mal wieder dabei ist live in Chat und ansonsten hinterher auf den diversen Kanälen macht's
01:30:56: gut.
01:30:57: Danke euch!
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